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  #1  
Alt 20.05.2020, 19:31
Pierre06140 Pierre06140 ist offline
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Standard Konsularbrief 1868

Quelle bzw. Art des Textes: Konsularbrief
Jahr, aus dem der Text stammt: 1868
Ort und Gegend der Text-Herkunft: NEW YORK
Namen um die es sich handeln sollte: MERLET



Hallo an alle,


Hier ist ein konsularischer Brief, der nach dem Tod meines Vorfahren in New York geschrieben wurde.
Es ist an seine Eltern gerichtet

Danke für Ihre freundliche Unterstützung.

Pierre

Geändert von Pierre06140 (21.05.2020 um 13:55 Uhr)
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  #2  
Alt 20.05.2020, 20:07
Verano Verano ist offline
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Registriert seit: 22.06.2016
Beiträge: 7.315
Standard

Hallo,

ein Anfang:


9. Dezember 1868

An den Großh(errlichen?) Herrn Gerichtsnotars Merlet
in Meßkirch bey Constanz

Zu Folge Ihres geehrten Schreibens vom 22. August
d.J. habe ich die noethigen Nachforschungen nach der
Wittwe Ihres + Sohnes Carl Merlet anstellen lassen,
und nicht ohne Schwierigkeiten gelang es mir dieselbe
ausfindig zu machen, worauf ich ihr die in Ihrem
Schreiben angedeuteten Punkte mittheilen konnte.
Mit Bezug auf die von Ihnen gemachte Rimesse
bestätigt dieselbe deren richtigen Empfang und
sagte sie hätte wiederholt an Sie geschrieben allein
nie eine Antwort erhalten (nachtr. eingefügt: unwahr). Sie versprach bezüg-
lich ihrer legalen Verehelichung mit ihrem Sohn
__________________
Viele Grüße August

Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln.

Geändert von Verano (20.05.2020 um 20:09 Uhr)
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  #3  
Alt 20.05.2020, 22:12
mawoi mawoi ist gerade online
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Beiträge: 3.157
Standard

S.2
Trauungsschein beizubringen, so wie die Geburtsscheine
der beiden Kinder, zwei Mädchen, welche aus dieser Ehe
mit C. M. herstammen und am Leben sind. Sie hat
jedoch keines dieser Papiere beigebracht ungeachtet wieder-
holt an sie ergangener Erinnerungen. Uebrigens ist
dieselbe an einen Handwerksmann von irischer Abkunft
wiederverheirathet und wohnt zuletzt No 135 Clinton
Street, near in? New York.
Um Ihr geehrtes Schreiben nicht noch länger
nutzlos unbeantwortet zu lassen, mache ich Sie mit
den Ergebnissen meiner Bemühungen in dieser Sache
hiemit bekannt, indem ich Sie gleichzeitig er-
suche meine erwachsenen Kosten ...
Fl 10- an das Bankhaus G. Müller & Cons.
in Carlsruhe gefälligst für meine Rechnung
einzuzahlen und verbleibe
Ihr ergebenster
... Leonhard Schmidt
...


VG
mawoi
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  #4  
Alt 20.05.2020, 22:19
mawoi mawoi ist gerade online
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Registriert seit: 22.01.2014
Beiträge: 3.157
Standard

Hallo,
nur Kleinigkeiten:


9. Dezember 1868

An den Großh(errlichen?) Herrn Gerichtsnotars Merlet
in Meßkirch bey Constanz

Zu Folge Ihres geehrten Schreibens vom 22. August
d.J. habe ich die noethigen Nachforschungen nach der
Wittwe Ihres + Sohnes Carl Merlet anstellen lassen,
und nicht ohne Schwierigkeit gelang es mir dieselbe
ausfindig zu machen, worauf ich ihr die in Ihrem
Schreiben angedeuteten Punkte mittheilen konnte.
Mit Bezug auf die von Ihnen gemachte Rimesse
bestätigte dieselbe deren richtigen Empfang und
sagte sie hätte wiederholt an Sie geschrieben allein
nie eine Antwort erhalten (nachtr. eingefügt: unwahr). Sie versprach bezüg-
lich ihrer legalen Verehelichung mit ihrem Sohn, ihren




VG
mawoi
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  #5  
Alt 21.05.2020, 01:03
Ulpius Ulpius ist offline
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Registriert seit: 03.04.2019
Beiträge: 585
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Seite 1

Briefkopf:

Großherzoglich Badisches General-Konsulat

An den Großh(erzoglichen) Herrn Gerichtsnotar Merlet
in Meßkirch bey Constanz

((Meßkirch gehörte zum Fürstentum Fürstenberg, das nach den durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 ausgelösten Veränderungen als eigene Macht zu existieren aufhörte. Das Territorium ging dann auf in dem vor allem durch geschicktes Taktieren und Ausnutzen napoleonischer Interessen 1806 entstandenen Großherzogtum Baden [vorher Markgrafschaft, ab 1803 mit dem Ende der Kurpfalz Kurfürstentum]. Daher war Carl Merlets Titel Großherzoglicher Gerichtsnotar))


Seite 2

wiederverheirathet und wohnt zuletzt No 135 Clinton
Street, rear in New York.

((also: Rückgebäude von Clinton Street Nr. 135, New York))


Ihr ergebenster
Generalconsul Leopold Schmidt

((ausweislich der entsprechenden Verzeichnisse ist der Name des für diese Region zuständigen Generalkonsuls Leopold Schmidt - ich neige dazu, diesen als Unterzeichner des Schreibens anzunehmen, die Tinte gibt das her . Ganz unten vielleicht ein Vermerk, dass ein Exemplar [Duplikat] des Schreibens in den entsprechenden Akten Schmidts sei.))
Nachtrag: Hier https://forum.ahnenforschung.net/sho...d.php?t=189857 - zwei Jahre eher, ist der Mann noch Vizekonsul. Ich meine aber schon, dass da dieselbe Person unterschreibt - nur noch nicht ganz so schwungvoll wie 1868.



Seite 4

mdm 1868 - 10 fl (= Gulden) 4 Kr(euzer) an das Bankhaus Müller in Karlsruhe abgesendet.

Carl Merlet sen. hat also einiges investiert, um Frau und Kindern seines Sohnes nachzuforschen.

Geändert von Ulpius (21.05.2020 um 01:22 Uhr) Grund: Nachtrag zu Konsul Schmidt
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  #6  
Alt 21.05.2020, 09:32
Pierre06140 Pierre06140 ist offline
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Registriert seit: 05.08.2018
Beiträge: 149
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Aufregend........Wirklich aufregend.

Vielen Dank an euch alle.
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  #7  
Alt 21.05.2020, 09:56
Benutzerbild von henrywilh
henrywilh henrywilh ist offline männlich
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Registriert seit: 13.04.2009
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Beiträge: 11.301
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Die Transkription deines Briefes von 1866 hast du gesehen?
__________________
Schöne Grüße
hnrywilhelm
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  #8  
Alt 21.05.2020, 13:15
Pierre06140 Pierre06140 ist offline
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Registriert seit: 05.08.2018
Beiträge: 149
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Hallo Henrywilh,

Ja, vielen Dank, ich habe ihn heute Morgen gesehen.
Ich entdecke die Buchstaben nacheinander ....
Ich bedaure, dass ich in der Schule nicht mehr Deutsch gelernt habe .....

Vielen Dank für Ihre Übersetzung.

Pierre
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