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  #1  
Alt 12.10.2021, 14:38
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Bienenkönigin Bienenkönigin ist offline weiblich
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Standard Religionswechsel bzw. interkonfessionelle Ehen 18./19. Jahrhundert? (München)

UPDATE für alle Neuleser: Wir sind dem katholischen Josef Didusch inzwischen mit Forumshilfe auf der Spur in Peterskirchen...

Liebe Forscherkollegen,

ich versuche gerade, ein wenig weiter zu meinen Münchener Didusch-Ahnen weiterzukommen.

Der älteste bekannte Vorfahr war
Joseph Didusch, 1786 - 1864, Steindrucker

Das Familiengrab mit diesen Angaben existiert noch auf dem alten Haidhauser Friedhof in München.
Die passende Todesanzeige gab es im "Münchener Omnibus", einem Wochenblatt.
ERGÄNZUNG: Auch den entsprechenden Sterbeeintrag gibt es 1864 in den KB Haidhausen St. Johann Baptist, aber keinen dazu passenden Taufeintrag, keinen Traueintrag.

Die zugehörige Pfarrei ist St. Johann Baptist in Haidhausen, dort existieren erst seit 1820 eigenen Kirchenbücher.
Davor war die Pfarrei mit Bogenhausen Hl. Blut zusammen. Die KB habe ich erfolglos durchsucht.
In der Umgebung habe ich auch die Au (Mariahilf) und Sendling durchsucht, aber keinen Sterbeeintrag gefunden.

Heute habe ich zufällig eine weitere Anzeige gesehen (s. Anhang), die ihn der Hl. Geist Pfarrei (Innenstadt) zuschlägt, aber im entsprechenden Sterbebuch habe ich ihn auch nicht gefunden.

Sein Sohn Xaver Didusch (1819-1901) taucht mit einer Hochzeit 1849 dann mit einer Heirat im KB von St. Johann Baptist auf. Dort findet man später die Taufen u. Heiraten weiterer Nachfahren.

Jetzt ist meine Frage, ob die Familie evtl. vorher evangelisch war?
Ich habe nämlich zufällig noch eine Anzeige gefunden über eine Heirat 1865, bei der ein J. Didusch in der protestantischen Gemeinde heiratet. Da der Nachname so selten ist, denke ich, er ist mit meiner Familie verwandt.

Hat die ursprünglich evangelische Familie vielleicht z.T. in eine katholische Familie eingeheiratet und besuchte fortan die katholische Kirche St. Johann Baptist?

Könnte es sonst eine Erklärung geben, wieso ich so wenige frühe KB-Einträge finde, auch wenn die Familie wahrscheinlich schon im 18. Jahrhundert in München ansässig war?

(einen frühesten Eintrag habe ich übrigens zu einem Josef Dedusch an der Kurfürstlichen Schule München 1781 gefunden).

Danke fürs Mitdenken und Hinweisen!

Viele Grüße
Bienenkönigin
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg 1864_Haidhausen_Hl_Geist_Josef_Didusch_Steindrucker_tot.jpg (30,7 KB, 13x aufgerufen)
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Geändert von Bienenkönigin (13.10.2021 um 14:50 Uhr) Grund: Ergänzung
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  #2  
Alt 12.10.2021, 15:32
pascho pascho ist offline
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Ich habe insgesamt 3 Fälle interkonfessioneller Ehen:



Im 1. Fall war die Eheschließung um 1940. Der evangelische Bräutigam und die katholische Braut bezeichneten sich beide im Geist der Zeit als "gottgläubig". Die Kinder blieben ungetauft. (Österreich, Wiener Umland)


Im 2. Fall aus dem Jahre 1919 konvertierte die evangelische Braut zur Katholischen Kirche. Die Kinder wurden katholisch getauft. (Rheinland, Dorf)


Im 3. Fall behielt die katholische Braut bei der Heirat mit einem evangelischen Witwer ihre Konfessionszugehörigkeit. Die Kinder wurden evangelisch getauft. (Offenbach/Main)


Das katholische Eherecht erlaubt gemischt-konfessionelle Eheschließungen auch heute noch nur mit bischöflicher Dispens.
__________________
Viele Grüße Pascal
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  #3  
Alt 12.10.2021, 15:49
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Horst von Linie 1 Horst von Linie 1 ist offline
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Mit dem Nachnamen ist er doch sicher ein Zuzügler.
Mal in Wald Pfarre Burgkichen am Wald die Taufe gesucht?
Angeblich heißt die Maria hier Didusch:
https://data.matricula-online.eu/de/...ld/017/?pg=145
Die Angabe in Genteam zu Jakob Didusch +1749 in Wald mit fol. 189 kann so auch nicht stimmen.
Seite 189 stimmt, aber das Jahr nicht. Und der Name ist Ditutsh, nicht Didusch:
https://data.matricula-online.eu/de/...ld/017/?pg=190
14.4.1747
In den Pfarreien Tann und Halsbach auch einige alte Treffer.
Als Didutsch und Didutz.
Hier ein Hinweis auf einen Jakob Didutsch, Kaufmann in "Distlingen":
https://data.matricula-online.eu/de/.../001_10/?pg=39


Diduz aus der Pfarrei Taufkirchen:
https://data.matricula-online.eu/de/.../004_02/?pg=67
Dort am 9.3.1755 ein Joseph Didutsch:
http://dfg-viewer.de/show?id=9&tx_dl...%5Bpage%5D=101
__________________
Falls im Eifer des Gefechts die Anrede mal wieder vergessen gegangen sein sollte, wird sie hiermit mit dem Ausdruck allergrößten Bedauerns in folgender Art und Weise nachgeholt:
Guten Morgen/Mittag/Tag/Abend. Grüß Gott! Servus.
Gude. Tach. Juten Tach. Hi. Hallo.

Und zum Schluss:
Freundliche Grüße.

Geändert von Horst von Linie 1 (12.10.2021 um 17:12 Uhr)
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  #4  
Alt 12.10.2021, 16:39
Balduin1297 Balduin1297 ist offline männlich
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Hallo,
für mich hört sich der Name Didusch slawisch an. In Polen gibt es den Namen Dyduch mit 1459 Namensträgern. Außerdem sind die Vornamen Joseph (Józef) und Xaver (Ksawery) in Polen sehr verbreitet.

Ich habe zwei interkonfessionelle Heiraten:

Am 12.7.1863 hat der Katholik aus Polen namens Jan Henryk Lipinski alias Kuśmierczyk die Protestantin aus Hinterpommern namens Wilhelmine Charlotte Caroline Schröder aus Hinterpommern in Danzig geheiratet. Die Ehe war aber nicht glücklich, da der Ehemann ein typischer temperamentvoller Pole war, während die Ehefrau eine sehr strenge Protestantin war. Sie haben lange Zeit getrennt gelebt.

Am 24.12.1894 hat ihr gemeinsamer Sohn Richard Robert Lipinski die Protestantin Marie Selma Böttger aus Sachsen in Leipzig geheiratet.

Erst am 24.12.1919 hat ihre Tochter Margarethe Eleonore Martha Lipinski wieder einen Katholiken aus Polen namens Stanisław Bronisław Bolesław Trąbalski geheiratet, der aber nur wenige Jahre später aus der katholischen Kirche ausgetreten ist. Auch Richard Robert Lipinski ist später aus der katholischen Kirche ausgetreten.
__________________
Dauersuche:
Steuerbeamter Ludwig Stanislaus v. Twardowsky genannt Hartmann * 1790 Polen-Litauen, + 27.5.1848 Riga
königlich polnischer Oberoffizier Fedor Twardowsky
Landarbeiter Jan Mikołaj Kuśmierczyk, * 20.11.1812 Gnojno bei Płock, + 6.11.1876 Danzig
Eustachy Kuśmierczyk, Einwohner in Gnojno bei Płock, ursprünglich aus dem Powiat Ostrołęcki

Geändert von Balduin1297 (12.10.2021 um 18:42 Uhr)
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  #5  
Alt 12.10.2021, 16:43
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Horst von Linie 1 Horst von Linie 1 ist offline
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Wenn ich Polen oder Taufkirchen bei München zur Auswahl hätte, wo würde ich zuerst suchen?
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Falls im Eifer des Gefechts die Anrede mal wieder vergessen gegangen sein sollte, wird sie hiermit mit dem Ausdruck allergrößten Bedauerns in folgender Art und Weise nachgeholt:
Guten Morgen/Mittag/Tag/Abend. Grüß Gott! Servus.
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  #6  
Alt 12.10.2021, 16:51
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Vielen Dank Horst und Balduin für die interessanten Forschungsansätze.
Die Links werde ich mir mal zu Gemüte führen.

Vielleicht stimmt dann die Familienüberlieferung der Namensherkunft Didusch = Destouches (ich hatte einen Post im Namensforum dazu gepostet) gar nicht.

Wobei mein erster Vorfahr bei der Heirat seines Sohnes als "von hier" bezeichnet wird. Was sich ja auch nur auf die letzten Jahre bezogen haben kann.
Jedenfalls war Haidhausen das typische Quartier für Zuzügler aus anderen Gegenden.

Ich werde berichten, ob sich da etwas verfestigen lässt.

Viele Grüße
Bienenkönigin
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  #7  
Alt 12.10.2021, 16:59
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Wann ist er denn gestorben (Monat)?
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  #8  
Alt 12.10.2021, 17:02
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Zitat:
Zitat von Horst von Linie 1 Beitrag anzeigen
Wann ist er denn gestorben (Monat)?
25. Januar 1864 laut der kleinen Zeitungsanzeige
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg 1864_Haidhausen_Hl_Geist_Josef_Didusch_Steindrucker_tot.jpg (30,7 KB, 7x aufgerufen)
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  #9  
Alt 12.10.2021, 17:08
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Danke.
25 und 1864 hatte man ja sehen können, den Monat aber nicht.


Hier ein nach Innsbruck ausgewanderter Glasmaler Korbinian Didusch aus München:
Innsbruck Pradl rk Taufen Bild 382
https://matriken.tirol.gv.at/#1634047631699_130
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  #10  
Alt 12.10.2021, 17:10
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Zitat:
Zitat von Horst von Linie 1 Beitrag anzeigen
Wenn ich Polen oder Taufkirchen bei München zur Auswahl hätte, wo würde ich zuerst suchen?
Aber soweit ich sehe, ist das das "andere" Taufkirchen in Niederbayern (bei Mühldorf)?
Ebenso wie Halsbach (Passau), und Burgkirchen (Altötting) ist noch Oberbayern, aber schon die Richtung.

Wirklich in der Nähe von München ist da nichts.
VG
Bienenkönigin
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