#21  
Alt 21.12.2017, 01:10
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21. Dezember



Kalkant


Ein Kalkant bzw. Calcant (von lat. calcare, treten), auch Balg- bzw. Bälgetreter genannt, ist ein Helfer,

der durch das Bedienen von Blasebälgen die Luftversorgung eines Orgelinstruments sicherstellt.
Einen Jugendlichen in dieser Tätigkeit nannte man bisweilen Orgelbub, und wenn die Bälge gezogen statt getreten wurde
bezeichnete man den Kalkanten mitunter als Orgelzieher oder Orgelmelker.
Bei Positiven oder Regalen lassen sich die Bälge von einer Person per Hand bedienen, selten vom Spieler selbst.
Große Orgeln haben zehn oder mehr Bälgetreter vonnöten gemacht, die mit Händen,
Füßen und ihrem ganzen Körpergewicht diesen Dienst verrichteten.


Quelle: Wikipedia



Quelle Wikicommons
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Alt 22.12.2017, 01:04
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Standard 22. Dezember

22. Dezember



Trambahnschienenritzenreiniger



Ein Ritzenschieber, in Wien auch Gleisböhm genannt, war früher ein ungelernter Arbeiter, der die Rillenschienen von Straßenbahnen sauber hielt,
indem er mithilfe einer stockähnlichen Spezialschaufel oder eines kurzen und steif gebundenen Rutenbesens, der am anderen Stielende ein etwas zugespitztes Flacheisen trug, den Schmutz entfernte,
der sich darin angesammelt hatte. Dies galt besonders an Weichen, da diese meist als Rillenschienen gebaut waren und der Schmutz
dort durch andere Fahrzeuge zusätzlich in die Rillen gedrückt wurde. Nach der Reinigung wurde die Weiche, aber auch Kurvenstücke,
mit in Wasser aufgeschwemmtem Graphitpulver ausgegossen, um einerseits ein leichtes Funktionieren zu gewähren
und andererseits ein quietschendes Geräusch beim Befahren zu verhindern.

Der Beruf starb in den 1950er Jahren aus. Heute werden stattdessen Schienenreinigungsfahrzeuge eingesetzt.

Die Bezeichnung Gleisböhm rührte daher, dass die meisten Wiener Vertreter dieses Berufes aus Böhmen und Mähren stammten.



Figur einer „Trambahn-Schienenritzenreinigerin“ im MVG-Museum München
Foto: Xtine



Bei der Straßenbahn München arbeiteten Frauen unter der Berufsbezeichnung Trambahnschienenritzenreinigerin.
Wegen der aus heutiger Sicht ungeeigneten Arbeitskleidung, die aus einem grünen Hut und grau-grünem Mantel mit Arbeitsschürze darüber bestand, kam es immer wieder zu Unfällen, bei denen die Frauen angefahren und verletzt wurden. Der Beruf verschwand um 1935, während zu Beginn des 20. Jahrhunderts 24 Frauen in der Stadt als Trambahnschienenritzenreinigerin arbeiteten.
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Alt 23.12.2017, 01:03
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Standard 23. Dezember

23. Dezember



Pulveraffe


Als Pulveraffen oder Pulveräffchen wurden Kinder bezeichnet, die im Zeitalter der Segelschifffahrt vornehmlich auf Kriegs- und Kaperschiffen als Läufer in den Geschützdecks eingesetzt wurden. Sie hatten die Aufgabe, während des Gefechts Schwarzpulver aus der Pulverkammer des Schiffes zu holen und zu den Geschützbedienungen zu bringen. Für diese Aufgabe wurden oft Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren eingesetzt („Pulverjungen“), die für die regulären Arbeiten eines Schiffsjungen noch zu klein oder zu schwach waren. Ihre geringe Körpergröße war in den engen und niedrigen Geschützdecks dabei von Vorteil.



Wikicommons: Pulveraffe (links) auf einem Linienschiff


Pulveraffen standen in der Rangordnung innerhalb der Schiffsbesatzung an unterster Stelle und waren den Launen z. T. gewalttätiger Matrosen, Bootsleute und Offiziere häufig schutzlos ausgeliefert. Die betreffenden Jungen – oft Waisen oder Ausreißer – wurden von den Anwerbern teilweise mit Tricks, leeren Versprechungen und manchmal auch gewaltsam auf die Schiffe gebracht, ähnlich wie auch bei der verbreiteten Praxis des Pressens oder Schanghaiens von Seeleuten verfahren wurde. Teilweise wurden sie auch von ihren Eltern aus wirtschaftlicher Not an die Schiffskapitäne gegeben oder sogar verkauft.
Allerdings dienten auch ältere Männer (und manchmal auch Frauen) im Gefecht als Pulveraffen. Auf einem Dreidecker waren bis zu 90 Personen notwendig, um Pulver und Geschosse zu den Kanonen zu bringen, aber selbst Nelsons Dreidecker HMS Victory hatte bei 850 Mann Besatzung nur 31 „Jungen“ an Bord. An den Aufgängen zwischen den Decks waren kräftigere Männer postiert, während die Jungen von den Aufgängen zu den Geschützen liefen. Da zumeist nur die Kanonen auf einer Schiffsseite im Gefecht standen, konnten die Jungen relativ leicht auf der anderen Seite hin und her laufen, um die in sicherem Abstand hinter den Geschützen stehenden Pulverboxen zu füllen, damit dort immer zwei feuerfertige Kartuschbeutel bereitlagen. Die Jungen hatten außerdem die wichtige Aufgabe, verschüttetes Pulver sofort mit Wasser unschädlich zu machen und somit Explosionen zu verhindern.
Pulverjunge war eine Einstiegsposition auf Kriegsschiffen und damit bei der Marine, allerdings war es selten, dass jemand eine Position jenseits der Mannschaftsdienstgrade erreichen konnte.



Quelle Wikicommons
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Alt 24.12.2017, 01:04
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24. Dezember


Tittentaster


Ein „Tittentaster“ hat im Auftrag der Stadt die Brüste der Ammen kontrollierte und war dennoch alles andere als ein gemeiner Grapscher.

Anzüglich mutet der Tittentastergang in Lübeck an - dabei ist er ein Hinweis auf eine alte, aber äußerst ehrenwerte Tätigkeit. Lange Zeit übergaben reiche Leute ihre Säuglinge Ammen zur Pflege, da das Stillen in feinen Kreisen verpönt war. Bevor die Frauen angestellt wurden, wurde im Tittentastergang überprüft, ob sie über genügend Milch verfügten.


Quelle: NDR





Bild Wikicommons

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