#1  
Alt 23.10.2018, 16:30
sonki sonki ist offline
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Standard Kreis Nimptsch - Heirat um/vor 1814 - milit. Lage

Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: <= 1814
Genaue Orts-/Gebietseingrenzung: Kreis Nimptsch
Konfession der gesuchten Person(en): kath.


Hallo!

Ich bin zur Zeit auf der Suche nach einer Heirat, vermutlich in Nimptsch oder im selbigen Kreis. Die Situation stellt sich wie folgt dar:

Der herschaftl. Schäfer Joseph Förster hat zusammen mit seiner Frau Rosina Pätzold mehrere Kinder. Diese sind, soweit bisher nachgewiesen, 1815 bzw. 1817 in Ruschkowitz, Kreis Nimptsch, sowie 1819, 1821 & 1824 in Bärzdorf, Kreis Strehlen, geboren.
Das Ehepaar ist später in Glambach, Kreis Strehlen verstorben (laut Familienstammbuch - ohne weitere Angaben) - von dort sind keine Kirchenbücher oder Standesamtsregister erhalten geblieben, ein genaues Alter der beiden ist daher nicht bekannt.

D.h. die früheste bekannte Taufe eines Kindes war also 1815 in Nimptsch. In den Heiratsbüchern der kath. Kirche Nimptsch findet sich die Heirat nicht, im Jahr 1813 gab es angeblich nicht mal eine einzige kath. Heirat dort ("vacat.") - die Heirat war also vermutlich woanders. Die Taufzeugen kamen jeweils aus den umliegenden Dörfern - bis zu hin Schräbsdorf, Kreis Frankenstein.

Nun kommt eine weitere Problematik ins Spiel - 1813-1815 waren ja die Befreiungskriege, die auch in Schlesien Auswirkungen hatten und 1807 während der Koalitionskriege waren ja Truppen des Rheinbundes in Nimptsch zum fröhlichen Plündern.

So, und nun endlich die Frage - der Probant Josef Förster war ja sehr wahrscheinlich mitten im wehrfähigen Alter - falls er also aus der Gegend Nimptsch stammt - wo wäre er zu dieser Zeit als Soldat eingeteilt, falls man das überhaupt sagen kann?

Auch ist mir über sein Frau quasi nichts bekannt - die Taufzeugen mit Namen Pätzold/Petzold 1815 bzw. 1817 kamen aus Kleutsch/Frankenstein (Großknecht in..) bzw. Peilau/Reichenbach (Magd in Diensten zu...).

Hat jemand so spontan einen Ansatz, außer die ganzen Kirchenbücher der Umgebung bzw. bis zu 3 Landkreise (Nimptsch, Reichenbach, Frankenstein) auf gut Glück abzuklappern?

Geändert von sonki (23.10.2018 um 17:01 Uhr)
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  #2  
Alt 23.10.2018, 17:08
Kleinschmid Kleinschmid ist offline
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Das preußische Ersatzsystem nach der Niederlage gegen Napoleon an dieser Stelle zu erklären, wird schwierig. Können wir aber später vielleicht noch angehen. Wenn aber jemand nach einem herrschaftlichen Schäfer fragt, der plötzlich 1815 in Ruschkowitz erscheint, sollte man doch zunächst abklären, wem Ruschkowitz zu diesem Zeitpunkt gehörte und wo dieser Adlige sonst noch Gutsbesitz hatte. Oder nicht?
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  #3  
Alt 23.10.2018, 17:13
sonki sonki ist offline
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Zitat:
Zitat von Kleinschmid Beitrag anzeigen
Wenn aber jemand nach einem herrschaftlichen Schäfer fragt, der plötzlich 1815 in Ruschkowitz erscheint, sollte man doch zunächst abklären, wem Ruschkowitz zu diesem Zeitpunkt gehörte und wo dieser Adlige sonst noch Gutsbesitz hatte. Oder nicht?
Gute Idee!

Also laut
Geographische Beschreibung von Schlesien preußischen Antheils, der Grafschaft Glatz
Abtheilung III. oder alphabetische, topographisch-statistische Übersicht aller größeren und kleineren Orte der Provinz Schlesien, Volume 3

von 1830 gehörte es dem Freiherr von Kottwitz
Angehängte Grafiken
Dateityp: png ruschkowitz.png (65,0 KB, 5x aufgerufen)

Geändert von sonki (23.10.2018 um 17:30 Uhr)
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  #4  
Alt 23.10.2018, 17:33
U.Christoph U.Christoph ist offline weiblich
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Hallo Sonki,

ich habe in meinen Daten diesen Zufallsfund:

Förster Anton, rk., herrsch. Schafmeister in Tarnau, Kreis Frankenstein
* ca. 1790 in Seitenberg (?).
oo ... mit Kauschke Francisca, * ca. 1790 in Seitenberg (?).
Lebensphasen:
1819 herrsch. Schafmeister in Tarnau, Kreis Frankenstein
1821 herrsch. Schafmeister in Baumgarten, Scholtsei
1858 Schäfer in Seitenberg
1861 Schafmeister in Eichau, Kreis Frankenstein

Ehefrau:
Kauschke Francisca, rk.
* ca. 1790 in Seitenberg (?)


Kinder:
1) Förster Johanna Francisca Theresia, rk.
* 27.06.1819 in Tarnau, Kreis Frankenstein, ~ ... in Baumgarten
2) Förster Johann, rk., herrsch. Viehwärter in Niederrathen
* ca. 1820 in Seitenberg (?)
oo ... mit Schneider Theresia <Schneider Joseph, rk., Gärtner in Schwammelwitz, und Pauker Barbara, rk.>, * ca. 1830 in Schwammelwitz.
3) Förster Francisca (Maria Francisca Johanna), rk.
* 04.09.1821 in Baumgarten
oo ... mit Mischke Johann <Mischke Franz, rk., Bauer in Ellguth, und Zinke Maria, rk.>, * ca. 1820 in Schwammelwitz (?).

Vielleicht hilft es? Viele Grüße
Ursula
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  #5  
Alt 23.10.2018, 17:40
sonki sonki ist offline
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Hallo Ursula,

danke für diesen Zufallsfund. Mit Tarnau (zuständig war Baumgarten) habe ich doch mal einen Ansatz um dort mal konkret nachzuschauen ob ich irgendwas passendes dort finde. Versuch macht schlau!

P.S. In den kath. Taufbüchern von Baumgarten bin ich für 1800 gleich mal auf die Namen Förster und Pätzold gestoßen (u.a. auch eine Schäferstochter Förster) - aber gut, sind auch ziemlich häufige Namen. Aber die KBs von dort muss ich mir bei Gelegenheit mal ganz genau anschauen.

Geändert von sonki (23.10.2018 um 18:03 Uhr)
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  #6  
Alt 24.10.2018, 12:28
Kleinschmid Kleinschmid ist offline
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Auch nach längere Suche habe ich nicht viel finden können. Dieses Ruschwitz oder Ruschkowitz war einfach zu unbedeutend. Ende des 18. Jhd. gab es gerade mal 61 Einwohner u. in den 1840er Jahren waren es wenige über 80 in 11 Häusern. Es gab lediglich einen Herrschaftshof, aber kein Schloß o.ä. Somit werden sich die Grundherren kaum feststellen lassen. Das mit dem Kottwitz ist zu spät. Ende des 18. Jhd. gehörte es einer Frau Blickel geboren v. Uechtritz. Im Dezember 1814 läßt sich ein königlicher Stadtrichter Hoffmann auf R. nachweisen. Der Eigentümer lebte aber bestimmt nicht vor Ort. Damit werden die ev. KB (Siegroth bei Archion!) auch nicht helfen.
Die Schäfer-Familien zu erforschen, ist überall schwierig. In Schlesien wurden sie erst im Verlauf des 18. Jhd. zu 'ehrlichen Leuten'. Zuvor durften deren Kinder also nicht mal ein 'ehrliches Handwerk' erlernen. Das Recht zur Schafhaltung stand bis auf ganz wenige Ausnahmen in Schlesien nur der Herrschaft zu - was vermutlich bis in die 1820-30er Jahre Gültigkeit hatte.
Meine Vermutung: Dieses Ruschkowitz war ziemlich heruntergekommen und der Richter Hoffmann ließ das Brachland von einer Schafherde mähen, später wurde darauf eine Obstplantage (Kirschen) angelegt. Der Schäfer Förster hatte nichts weiter mit dem Hoffmann zu tun, der vermutlich auch gar keinen weiteren Grundbesitz hatte.

Insofern war die 'gute Idee' leider eine Sackgasse.
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  #7  
Alt 24.10.2018, 13:26
sonki sonki ist offline
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Hallo Kleinschmid,

danke für die interessanten Erläuterungen zum Ort und der vermuteten Situation zu dieser Zeit. Ich werde also wohl erst einmal die KBs von Tarnau genauer unter die Lupe nehmen und wenn das nicht hilft in konzentrischen Kreisen die Kirchspiele abklappern - hilft ja alles nichts. Ja, die Schäfer sind nicht so leicht zu greifen, ein Kind dieses Ehepaares heiratet dann natürlich auch bei Strehlen wieder einen Schäfersknecht (meinen Namensvettern und Ur-x-fachen Großvater).
Aber die Tatsache das Förster/Pätzold katholisch waren, ist erst einmal kirchenbuchmäßig von Vorteil - erst mein x-Großvater war dann im Raum Strehlen ("leider") evangelisch, da wird es dann gleich deutlich komplizierter. Bin also vorerst zuversichtlich die Heirat/Herkunft vom Schäfer Förster zu finden.

Auf jeden Fall danke für die Hilfe und die Hinweise.

Geändert von sonki (24.10.2018 um 13:42 Uhr)
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  #8  
Alt 27.10.2018, 00:37
U.Christoph U.Christoph ist offline weiblich
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Hallo Sonki,

danke für die Rückmeldung. - Ich habe nun den Schafmeister Anton FÖRSTER und Frau Francisca KAUSCHKE * 1816 mit einem Kind in Schönheide, Kreis Frankenstein gefunden. Die waren geweglich! :-)

Viel Erfolg
Ursula
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  #9  
Alt 27.10.2018, 01:50
sonki sonki ist offline
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Zitat:
Zitat von U.Christoph Beitrag anzeigen
Hallo Sonki,

danke für die Rückmeldung. - Ich habe nun den Schafmeister Anton FÖRSTER und Frau Francisca KAUSCHKE * 1816 mit einem Kind in Schönheide, Kreis Frankenstein gefunden. Die waren geweglich! :-)

Viel Erfolg
Ursula
Hallo Ursula,

oh, vielen Dank für diesen Hinweis. Ja, ich hatte bereits einen weiteren Blick auf die Kirchenbücher von Tarnau bzw. Baumgarten geworfen, aber dort erst einmal keine weitere Hinweise gefunden und wollte nun so langsam anfangen alle Nachbarpfarren des Kreises durchzugehen.
In Schönheide wollte ich auch schon nach Heiraten schauen - aber ich habe noch nicht ganz durchschaut wie der Zusammenhang zwischen Schönheide, Löwenstein und Peterwitz ist oder ob eines der Dörfer eine Filiale des anderen Ortes war. Heiraten für Schönheide direkt habe ich da leider noch nicht gefunden - ich vermute so langsam das die nicht mehr existieren. Aber ich steige da nochmal genauer ein.

Danke nochmal!

Geändert von sonki (27.10.2018 um 01:55 Uhr)
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