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  #1  
Alt 17.10.2019, 14:08
danih danih ist offline
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Registriert seit: 23.08.2011
Beiträge: 268
Standard Welchen DNA-Test würdet ihr in meinem Fall empfehlen?

Hallo,

in der Linie meines aus Niederschlesien stammenden Großvaters komme ich aufgrund verlorener / vernichteter Kirchenbücher nicht mehr weiter. Die Namen seiner Urgroßeltern kann ich dem standesamtlichen Sterbeeintrag seines Großvaters noch entnehmen – aber auch bis dahin ist es mir aufgrund der fehlenden Unterlagen nicht gelungen, alle Ereignisse (A, B, C) zu belegen.
Nun habe ich einen parallelen Familienzweig ausfindig gemacht, wo man meinte, gehört zu haben, dass die Vorfahren meines Großvaters vor ca. 200/300 Jahren aus Tirol gekommen wären.

Seit einiger Zeit denke ich über einen DNA-Test nach – zum einen aus grundsätzlichem Interesse in die mütterliche wie auch väterliche Linie, aber im speziellen auch, um vielleicht als letzte Möglichkeit doch noch etwas über die Herkunft der großväterlichen Familie herauszufinden – wohlwissentlich, dass sich aufgrund der fehlenden schlesischen Kirchenbücher die Lücke zu möglichen Treffern faktisch nie schließen lassen wird. Für diesen Familienteil wäre ein solcher Test also eher die Hoffnung, durch mögliche Treffer vielleicht noch irgendeine Theorie zu entwickeln.

Bisher habe ich mich nicht großartig mit Anbietern oder Test-Methoden auseinandergesetzt, in den letzten Tagen aber einiges darüber gelesen….. und ehrlich gesagt, mir schwirrt jetzt der Kopf davon!!

Unabhängig von den Themen Datenschutz / Kosten, die ich im Nachgang betrachten möchte, versuche ich gerade herauszufinden, welcher Test / Anbieter der geeignetste sein könnte, um sowohl irgendwelche Treffer aus den Vorfahren der großväterlichen Linie möglich zu machen (FALLS sich denn andere Nachkommen dieser Linie auch haben testen lassen) als auch die anderen Linien (ebenfalls Schlesien bzw. mütterlicherseits beide aus Niedersachsen) abzudecken.

Ich habe keine konkreten Vergleichs-Ziele in den Familienzweigen – es ist eher das Interesse und die Neugier, was sich durch den Vergleich der DNA-Abschnitte so alles auftut.

Eine Herkunftsanalyse fände ich zwar spannend – wie früher das „Gläserrücken oder Handlesen auf Klassenfahrten“ – sie ist für mich aber kein Kriterium für oder gegen einen bestimmten Test.

Seriosität und Genauigkeit eines Testes sind mir wichtiger als der Preis – da aber das teuerste Paket nicht immer das Beste bzw. für den konkreten Zweck geeignetste sein muss, würde ich mich über Eure Tipps und Hinweise sehr freuen!

Gruß und Dank,
danih
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  #2  
Alt 17.10.2019, 15:04
Scherfer Scherfer ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 25.02.2016
Beiträge: 1.292
Standard

Hallo Danih,

ich habe bei drei verschiedenen Anbietern getestet, MyHeritage, Ancestry und FamilyTreeDNA. Zu anderen Anbietern wie 23andMe kann ich nichts sagen. Ich denke, dass es bei allen Pros und Kontras gibt.

Da meine Vorfahren allesamt aus Europa stammen (zumindest ist es so über die letzten ca. 8 Generationen belegt), hatte ich angenommen, bei MyHeritage mit seiner stärker europäisch ausgerichteten Nutzerbasis auch die meisten DNA-Übereinstimmungen zu finden. Das war aber nicht der Fall, bei Ancestry bekomme ich mehr (auch über die Stammbäume belegbare) Matches als bei den anderen Anbietern. Ich denke aber, dass das durchaus schlüssig ist, obwohl ich das im Vorfeld falsch interpretiert hatte. Die Nutzer der Ancestry-DNA Tests sind stark auf die englischsprachigen Länder konzentriert und stellen gleichzeitig die meisten Nutzer von genealogischen DNA-Tests weltweit dar. In meinem Fall stammt meine väterliche Vorfahrenlinie aus Mittelpolen. Durch den Gang der Geschichte sind von dort nicht erst nach dem 2. Weltkrieg, sondern auch schon davor, einige Seitenlinien über den Atlantik ausgewandert. Die Nachfahren eben dieser Auswanderer in den USA und Kanada sehe ich heute als die häufigsten DNA-Übereinstimmungen mit meinem Test. - Gut möglich, dass es auch bei Dir einige Auswanderer aus Seitenlinien dorthin verschlagen hat.

Ich möchte allerdings auch nicht verschweigen, dass ich bei Ancestry einen klaren Nachteil sehe: Ancestry bietet keinen Chromosom-Browser, also die Möglichkeit, das übereinstimmende DNA-Segment graphisch einem bestimmten Chromosom zuzuordnen. Gerade das kann aber sehr hilfreich sein, wenn man weitere DNA-Übereinstimmungen so leicht einer bestimmten Vorfahrenlinie zuordnen kann. Programm wie DNA Painter gehen dieser Frage konsequent weiter nach mit dem Ziel, die gesamte DNA mit bestimmten Vorfahrenlinien zu markieren. Sowohl MyHeritage als auch FamilyTreeDNA haben einen Chromosom-Browser, aber auch Ancestry-Nutzer können indirekt diese Information über einen nachträglichen Upload auf der Seite von Gedmatch erhalten.

Das bringt mich zu einem weiteren wichtigen Thema: Den DNA-Test-Upload bei weiteren Anbietern. Da alle Testanbieter eine unterschiedliche Nutzerbasis haben, bekommt man insgesamt die meisten Übereinstimmungen, wenn man Testergebnisse bei möglichst vielen von ihnen vorliegen hat. MyHeritage und FamilyTreeDNA bieten die Möglichkeit, DNA-Testergebnisse anderer Anbieter (auch von Ancestry) kostenlos hochzuladen. Ancestry umgekehrt bietet nicht diese Möglichkeit, Ergebnisse anderer Plattformen hochzuladen. Aus Kostengründen könnte man also nun dafür plädieren, zunächst bei Ancestry zu testen und diese Ergebnisse dann auch bei den anderen Plattformen kostenlos zu nutzen. Es spricht aber auch etwas dagegen:
FamilyTree DNA und MyHeritage nutzen denselben DNA chip, das heißt auch die Ergebnisse sind i.d.R. identisch. Unterschiedlich ist dagegen die Nutzerbasis, daher bekommt man auf beiden Plattformen mit demselben Testergebnis unterschiedliche Übereinstimmungen. Ancestry dagegen teste andere DNA-Regionen und auf einem anderen Chip. Dennoch gibt es Möglichkeiten, die Testergebnisse mit denen anderer DNA-Testanbieter durch eine Art Extrapolation zu vergleichen. Diese Extrapolation scheint aber nicht fehlerfrei zu funktionieren, besser ist es, den Test direkt bei Ancestry zu machen.

Daher wäre meine Strategie heute, bei zwei der drei genannten Anbieter zu testen, einer davon Ancestry, der andere entweder FamilyTreeDNA oder MyHeritage.

So weit meine Gedanken zu Deiner Frage.

Geändert von Scherfer (17.10.2019 um 15:06 Uhr)
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  #3  
Alt 17.10.2019, 19:07
danih danih ist offline
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Registriert seit: 23.08.2011
Beiträge: 268
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Hallo Scherfer,

vielen Dank für deine ausführlich beschriebenen Erfahrungen - das hat mir schon ein gutes Stück geholfen, die loosen Enden in einen besseren Zusammenhang zu bringen bzw. den nächsten Schritt mitzubedenken - wo man welche Daten zur Recherche verwenden kann.



Bei FamilyTreeDNA meinst du dann sicher den Test „Family Ancestry“, oder?


Für den Recherchefall meiner großväterlichen Linie noch eine Frage:

Würde ein atDNA Test meiner DNA für meine großväterliche Linie eine vergleichbare Ergebnisqualität haben wie wenn ein männlicher Nachfahre aus dem recherchierten Nebenzweig der Familie (z. B. Cousin meines verstorbenen Vaters [Sohn vom BRUDER meines Opas]) einen Y-DNA Test machen würde? Würde man damit eine "bessere" Dateanlage für die Recherche der Hauptnamenslinie bekommen?


LG,
danih
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  #4  
Alt 17.10.2019, 21:10
Scherfer Scherfer ist offline
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Registriert seit: 25.02.2016
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Ich würde Dir auf alle Fälle erst einmal zu einem autosomalen Test raten - bei Ancestry und MyHeritage gibt es ja ohnehin nur diesen. Bei FamilyTreeDNA heißt er FamilyFinder. Mit diesem Test deckst Du alle Vorfahrenlinien ab. Noch dazu ist er am Billigsten!

Die yDNA und mtDNA-Tests sind für spezielle Fragestellungen hilfreich. Die yDNA wird immer nur in der rein männlichen Linie weitergegeben, also von Vater zu Sohn. Frauen können diesen Test nicht machen. Mit diesem Test könntest Du also nur bestätigen, dass die männliche Vorfahrenlinie sich an einem Punkt in der Vergangenheit trifft. Mehr nicht! Analog verhält es sich mit den mtDNA-Tests. Hast Du eine ganz spezielle Fragestellung und weißt, wie Du sie mit diesen Tests beantworten kannst, kann das entscheidend für den Erfolg sein. Ansonsten würde ich Dir eher davon abraten.


Zum Punkt "Ergebnisqualität": mit yDNA- und mtDNA-Tests kannst Du theoretisch tausende von Jahren zurückblicken und Leute finden, die wie Du von diesen Vorfahren abstimmen. Da Du aber nicht die Namen der Vorfahren vor Tausenden Jahren kennen kannst, bleibt das oft etwas akademisch. Die autosomalen Tests finden nur Übereinstimmungen bis ca. 5-8 Generationen in der Vergangenheit mit guter Wahrscheinlichkeit. Aber gerade für Deine Frage wäre das ja auch ausreichend.

Geändert von Scherfer (17.10.2019 um 21:14 Uhr)
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  #5  
Alt 17.10.2019, 22:14
danih danih ist offline
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Danke!

Dann wird der autosomale Test mein erster werden :-)
Werde mich am WE nochmal näher mit den Datenschutzbedingungen / AGBs der unterschiedlichen Hersteller befassen und dann für einen Anbieter entscheiden!


LG und nochmals vielen Dank!
danih
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  #6  
Alt 23.10.2019, 09:22
MH54321 MH54321 ist offline
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Beiträge: 369
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Wichtig ist zu wissen, das du die Testergebnisse von Ancestry bei MyHeritage und bei FamilyTreeDNA hochladen kannst, umgekehrt geht das nicht.

Deshalb macht es finanziell gesehen am meisten Sinn, sich bei Ancestry testen zu lassen. Du bezahlst dann nur einmal für einen Test und nicht für 3 Tests.

Ich habe z.B. meinen Test, den ich vor Jahren schon bei FamilyTreeDNA habe machen lassen, letztes Jahr kostenlos bei MyHeritage hochgeladen. Somit bin ich bei FamilyTreeDNA und bei MyHeritage.

Ancestry-Tests sind wichtig, weil Ancestry die größte Datenbank hat. Deshalb werde ich mich auch nochmal bei Ancestry testen lassen.

Meine Empfehlung ist deshalb Ancestry.

Viele Grüße,

mh.
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  #7  
Alt 28.10.2019, 16:45
danih danih ist offline
Erfahrener Benutzer
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Registriert seit: 23.08.2011
Beiträge: 268
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Hallo mh,


vielen Dank für deine Antwort!


gruß,
danih
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