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  #1  
Alt 22.02.2015, 19:41
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AngelikaN AngelikaN ist offline
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Standard Suche Infos oder Nachfahren von Felix Klahs, geb. in Gossenthin bei Neustadt/Danzig

Um weitere Informationen zum Tod meines Großonkels Felix Klahs zu bekommen suche ich hier Nachfahren, die durch Erzählungen oder auch Dokumente etwas über Felix Klahs berichten können.

Geboren wurde er am 4. Mai 1906 und ist dann später mit der Familie nach NRW gezogen, dort hat er dann in Duisburg gewohnt.

Durch Erzählungen einer noch lebenden Verwandten weiß ich, dass er in der Zeit des Nationalsozialismus im Widerstand war, in Duisburg verfolgt und verhaftet wurde - dann kommt eine Lücke - und später kam nur noch seine Sterbeurkunde aus Meseritz-Obrawalde, Sterbedatum: 9. Juni 1944.

Gesagt wurde, daß er an einer Lungenentzündung gestorben wäre, seine Schwester hat aber gesehen, daß er "Stichverletzungen" im Rückenbereich hatte.

Es wäre super, wenn sich jemand finden würde, der mir noch aus seiner Lebensgeschichte erzählen könnte. Vielleicht Verwandte, die noch in Westpreussen leben, oder auch Verwandte aus NRW.
__________________
Liebe Grüße Angelika

suche: Nonnenbroich, van Triel, Ketzinger, Klasen, Klahs - oder Klass, Fiebig aus NRW und Westpreussen
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  #2  
Alt 23.02.2015, 18:28
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AngelikaN AngelikaN ist offline
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Gestern hab ich nun noch eine Postkarte gefunden, die Felix Klahs an seine Mutter Toni (Antonia) schrieb, und zwar vom 11. 7. 1942, abgestempelt in Düsseldorf-Gerresheim. Es wäre also möglich, daß er nach seiner Verhaftung und vor der Verschickung nach Meseritz-Obrawalde zunächst in einem Düsseldorfer Gefängnis oder auch Heilanstalt gewesen ist, weil er seiner Mutter von dort aus schrieb, daß es lange dauern würde, er aber doch einmal kommen würde.

Wer mir hier auch bei der Suche nach seinem "Werdegang" helfen könnte, der darf mir gern schreiben :-)
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Liebe Grüße Angelika

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  #3  
Alt 23.02.2015, 18:38
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AngelikaN AngelikaN ist offline
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Standard Suche Informationen über Euthanasie in Meseritz-Obrawalde und Heilstätte in Düsseldorf

Wie in einem anderen Thread schon geschrieben, (Anmerkung Xtine: die Themen wurden zusammengefügt!)
habe ich einen Großonkel, der lt. seiner Sterbeurkunde in Meseritz-Obrawalde verstorben ist.

Seiner Schwester wurde damals (1944) mitgeteilt, er wäre an einer Lungenentzündung verstorben, sie hatte aber durch "Beziehungen" die Möglichkeit, sich den Leichnam anzusehen und hat Einstichverletzungen gesehen.

Da es sehr problematisch ist, ohne polnische Sprachkenntnisse in Polen nachzuforschen, suche ich jemanden, der vielleicht Kenntnisse hat, die mir hier weiter helfen könnten. Vielleicht auch jemanden, der durch Erzählungen eigener Verwandter von dem Leben in dem obigen Sanatorium erzählen kann, da ich das gern auch für meine Nachkommen aufschreiben möchte.

Am 11. 7. 1942 hat der besagte Großonkel noch eine Ansichtskarte an seine Mutter geschrieben, auf der zu lesen ist, daß es "zwar noch lange dauern wird, aber er doch wohl bald einmal kommen würde." Diese Karte kam aus Düsseldorf und ging nach Duisburg, also nur einige Kilometer weit entfernt. Daher glaube ich, daß er, bevor er nach Meseritz-Obrawalde kam zunächst in Düsseldorf entweder in Haft oder aber auch in einem Sanatorium/Heilstätte war. Mein Großonkel gehörte dem Widerstand in der Nazizeit an und ich weiß, daß er verfolgt und verhaftet wurde.

Ich würde mich sehr über Neuigkeiten freune.
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Liebe Grüße Angelika

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Geändert von Xtine (24.02.2015 um 14:15 Uhr) Grund: Anmerkung
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  #4  
Alt 23.02.2015, 21:15
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elwetritsche elwetritsche ist offline weiblich
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Hallo Angelika!

Dein Großonkel ist wahrscheinlich der Aktion T4 zum Opfer gefallen.

Meseritz-Obrawalde:
http://de.wikipedia.org/wiki/Heil-_u...talt_Obrawalde

Hier findest Du viele Links zum Thema und auch zu Opferlisten:
Aktion T4:
http://forum.ahnenforschung.net/show...85&postcount=2

http://forum.ahnenforschung.net/show...64&postcount=4

http://forum.ahnenforschung.net/show...64&postcount=6

Ich hoffe, Dir damit ein wenig weitergeholfen zu haben.
__________________
Liebe Grüße
Elwe

Mit ihren Feld- (Rheinhessen), Wald- (Westerwald) und Wiesen- (Kreis Groß-Gerau) Ahnen.
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  #5  
Alt 23.02.2015, 21:28
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Billet Billet ist offline männlich
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Beiträge: 1.908
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Hierzu schreibt Herr v. Roy :

In der rd. 150 km östlich von Berlin gelegenen ehemaligen LANDES - HEIL- UND PFLEGEANSTALT MESERITZ - OBRAWALDE wurden allein zwischen Januar und September

1 9 4 4 insgesamt 3.241 Patienten ermordet. Ihren Familienangehörigen wurde – wahrheitswidrig - mitgeteilt, daß die Patienten an „Herz- bzw. Altersschwäche“ verstorben seien.
Zu diesen Patienten gehörte auch eine 1895 geborene Tante von mir, die am 22./23. Nov. 1943 in Berlin „total ausgebombt“ wurde und die man, da sie an Malaria- und an Gallenkolikanfällen litt, am 19. Juni 1944 – gleichsam als Pflegefall - „einstweilig“ in die WITTENAUER HEILSTÄTTEN eingewiesen hatte. Aus der Obhut der WITTENAUER HEILSTÄTTEN wurde sie am 4. Okt. 1944 in die berüchtigte LANDES - HEIL- UND PFLEGEANSTALT MESERITZ - OBRAWALDE verlegt, „wo nicht arbeitsfähige Patienten innerhalb weniger Tage umgebracht wurden“. Dort wurde meine Tante am 10. Okt. 1944 vom Pflegepersonal ermordet (angebliche Todesursache: „Herzschwäche“).
Die Namen der ermordeten Patienten werden zwar im polnischen Internet genannt, doch befinden sich die entsprechenden Krankenakten in B e r l i n (wenn ich mich recht erinnere, im dortigen Landesarchiv). Kopien der umfangreichen Krankenakte meiner ermordeten Tante konnte ich vor längerer Zeit gegen eine geringe Gebühr erhalten.
------------------------
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  #6  
Alt 23.02.2015, 22:17
henry henry ist offline männlich
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Hallo,


...
http://gedenkort-t4.eu/de/vergangenheit/opferbiografien
http://gedenkort-t4.eu/de/vergangenheit/aktion-t4

Anfrage unter
http://gedenkort-t4.eu/de/contact





Gruß henry
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  #7  
Alt 24.02.2015, 11:46
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AngelikaN AngelikaN ist offline
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Zunächst an Elwe,
vielen lieben Dank für die Links, sehr interessant, hab sie gleich durchgesehen, einige kannte ich schon, da ich sie bei meinen Recherchen schon gefunden haben.


Ich bin mir sicher, daß mein Großonkel in Meseritz-Obrawalde ermordet wurde, da er zwar nicht geisteskrank war (Meseritz war ja eigentlich eine Heilstätte für geistig oder körperlich beeinträchtigte Menschen) sondern viele Widerstandskämpfer (Angehörige einer kommunistischen Partei, Gewerkschaftler, SPD-Angehörige usw) wurden ja auch dort hin gebracht und getötet.


Da ich nun die Postkarte aus Düsseldorf vor kurzem noch gefunden habe – auch dort gab es ja ein ähnliches sog. Sanatorium – wurde mein Gefühl noch mehr bestätigt, zumal ja meine noch lebende Tante sich an die Verfolgung und Verhaftung wohl noch erinnert.


Ich bin im August in Brandenburg und denke darüber nach, mal nach Meseritz-Obrawalde zu fahren, um dort weiter zu forschen.


Vielen Dank auch Ihnen, lieber Herr v. Roy – für Ihre Mitteilung, da haben Sie in Ihrer Familie ein ähnliches Schicksal erleiden müssen.


An das Landesarchiv in Berlin hab ich auch schon gedacht, da ich im Internet auch gelesen habe, dass es dort wohl Akten zu den Fällen geben könnte.


Für Sie ist es sicherlich eine Bestätigung wie auch vielleicht eine „Beruhigung“ - wenn es sicherlich auch nicht der richtige und korrekte Ausdruck ist, diese Bestätigung als Beruhigung zu empfinden. Aber ich wäre sehr dankbar, wenn ich wirklich Genaues über diesen furchtbaren Lebensweg meines Großonkels erfahren könnte. So wüßte ich, dass ich das für mich, meine Familie und deren Nachkommen „aufgearbeitet“ habe.



Und auch an Henry - vielen Dank für die Links, die schaue ich mir gleich auch in Ruhe noch an, vielleicht wird mir ja auch dort weiter geholfen :-)
__________________
Liebe Grüße Angelika

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  #8  
Alt 24.02.2015, 12:27
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Friederike Friederike ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von Billet Beitrag anzeigen
doch befinden sich die entsprechenden Krankenakten in B e r l i n (wenn ich mich recht erinnere, im dortigen Landesarchiv).
Die geretteten Krankenakten von Euthanasieopfern befinden sich nicht im Landesarchiv,
sondern im Bundesarchiv in Berlin.
__________________
Viele Grüße
Friederike
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  #9  
Alt 24.02.2015, 12:33
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Friederike Beitrag anzeigen
Die geretteten Krankenakten von Euthanasieopfern befinden sich nicht im Landesarchiv,
sondern im Bundesarchiv in Berlin.
sh auch hier: http://www.bundesarchiv.de/geschicht...r_euth_doe.pdf

Freundliche Grüße

Thomas
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FN Pein (Quickborn vor 1830), FN Hinsch (Poppenbüttel, Schenefeld), FN Holle (Hamburg, Lüchow?), FN Ludwig/Niesel (Frankenstein/Habelschwerdt) FN Tönnies (Meelva bei Karuse-Estland, später Hamburg), FN Lindloff (Altona, Lüneburg, Uelzen)
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  #10  
Alt 24.02.2015, 13:31
Moselaaner Moselaaner ist offline
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Beiträge: 447
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Hallo Angelika,
in einem anderen Forum schreibst Du:" ........soll in Duisburg als Mitglied der kommunistischen Partei verfolgt und verhaftet worden sein"
Meiner Meinung nach solltest Du im Stadtarchiv Duisburg oder Landesarchiv NRW nach Polizeiakten suchen die sich mit dem Thema Verhaftung politisch Verfolgter beschäftigen.
Im Widerstand war Felix Klahs vermutlich nicht aktiv. Eine kommunistische Weltanschauung war damals schon Grund genug um jemanden einzusperren und zu foltern.

Gruß
Moselaaner
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