Zurück   Ahnenforschung.Net Forum > Allgemeine Diskussionsforen > Aktuelle Umfragen
Hier klicken, falls Sie Ihr Kennwort vergessen haben.

Hinweise

Umfrageergebnis anzeigen: Anzahl der durch den 2. Weltkrieg verstorbenen Vorfahren
1 62 26,38%
2 27 11,49%
3 20 8,51%
mehr als 3 36 15,32%
keiner 90 38,30%
Teilnehmer: 235. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen

Thema geschlossen
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen Ansicht
  #1  
Alt 15.07.2014, 16:49
Klingerswalde39_44
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Auswirkungen des 2. Weltkriegs in der Linie eurer Vorfahren

Hallo Forschergemeinde,
nachdem ich mir gestern (mal wieder) meine Vorfahren im Stammbaum angeschaut habe ist mir aufgefallen, wie viel Glück meine Familie eigentlich im 2. Weltkrieg hatte. Meine Generation (*1961) ist oft ohne Großeltern aufgewachsen, zumindest die Großväter fehlten oft in den Familie.

Wie sah das in eurer direkten Linie aus? Wer "fehlte" in eurer Familie nach 1945 durch die Auswirkungen dieses Krieges.

- leibliche Eltern meines Vaters (*1916 und 1919) überlebten den 2. Weltkrieg, auch wenn sie keinen Kontakt zu ihren 4 Kindern (*1937, 1939, 1940, 1943) nach dem Krieg suchten und bis zu ihrem Tod auch nicht hatten, sondern sie im Genteil verleugneten wie ich durch meine Forschung herausfinden musste. Nach dem Krieg fingen beide ein neues Leben an ohne "Altlasten". Dies wäre sicherlich so auch nicht ohne dieses furchtbaren Krieg passiert.
- Pflegeeltern meines Vaters: der Pflegevater meines Vaters (*1900) wurde auf dem Transport nach Sibirien wegen seiner warmen Stiefel erschossen, die Pflegemutter (meine eigentliche Oma) überlebte (*1898 +1981).
- die Eltern meiner Mutter (*1898 und 1903) überlebten den 2. Weltkrieg (+1949 und 1982)
Auch die Generation meiner Urgroßeltern starben nicht ursächlich durch den 2. Weltkrieg.

Wie ist das bei euren Vorfahren? Nebenbei: Es zählen auch Vermißte!

Geändert von Klingerswalde39_44 (17.07.2014 um 15:17 Uhr) Grund: Ergänzung
  #2  
Alt 15.07.2014, 22:43
Benutzerbild von Friedrich
Friedrich Friedrich ist offline männlich
Moderator
 
Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 10.651
Standard

Moin Gabi,

bei mir ist es "nur" mein Großvater mütterlicherseits, der 14 Tage vor Kriegsende vermißt ist...

Friedrich
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #3  
Alt 15.07.2014, 23:49
Amoena Amoena ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 12.06.2011
Beiträge: 454
Standard

Hallo Gabi,
durch die Auswirkungen des 2. Weltkrieges ist mein Opa mütterlicherseits 1943 im Arbeitslager verhungert. Obwohl ich ihn nie gekannt habe und nur ein Foto von ihm besitze, vermisse ich ihn. Leider habe ich es bis jetzt nicht geschafft, eine Sterbeurkunde von ihm zu bekommen. Ich kenne auch seinen Geburtstag nicht. Die lieben Erinnerungen meiner Mutter (als sie noch lebte) sind auch meine Erinnerungen an ihn.
__________________
Liebe Grüße,
Amoena
  #4  
Alt 16.07.2014, 13:37
Benutzerbild von Silke Schieske
Silke Schieske Silke Schieske ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 02.11.2009
Ort: Arendsee/Altm.
Beiträge: 4.226
Standard

Hallo Gabi,

Bei mir ist es der Papa meiner Mama, von dem im Februar 1945 der letzte Brief und 2 edle Koffer kamen, mit denen unsere Omi aus Elbing flüchten sollte. Leider gilt er seitdem als vermisst. Obwohl unsere Omi zeitlebends die Frage auf den Lippen brannte, wie sie dass hätte machen sollen (Schwanger mit 2 Koffern und noch meine Mutti auf dem Arm zu flüchten)
Der Bruder (*1915) meiner Oma fiehl 1942 und auch meine Uroma *1888 (Mutter unserer Omi) wurde 1945 nach Sibirien gebracht und ist dort verstorben.
Nur meine Großeltern väterl. *1907 und 1913 +1977 und 1989 habe ich kennen gelernt.
Leider habe ich dann durch die Teilung Deutschlands viele Onkel und Tanten sowie Cousinen und Cousin nie selbst kennenlernen dürfen.
Meine Uroma 1885 - 1980 (Mutter meines vermissten Opas) hätte ich durchaus noch kennenlernen können, leider war da der Kontakt abgebrochen.

LG Silke
__________________
Wir haben alle was gemeinsam.
Wir sind hier alle auf der Suche, können nicht hellsehen und müssen zwischendurch auch mal Essen und Schlafen.
  #5  
Alt 16.07.2014, 13:58
Ute69 Ute69 ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 17.03.2012
Ort: Troisdorf
Beiträge: 879
Standard

Hallo Silke

Da sprichst du mir aus dem Herzen. Mir ging es genauso.
Mein Großvater väterl. Seite starb an Thypus im Gefängnis.
Uroma väterl. Seite (Mutter von Opa) lernte ich noch als 2-jähr. kennen. Sie starb mit 92 Jahren.

Ein Onkel meines Vaters lebte in Berlin-Ost. Das wars, alle anderen waren im "Westen" durch die Mauer getrennt.

Es gab zwar gelegentliche Telefonate und reichlich Briefe und sehr sehr selten Besuche.

Und jetzt kommst so rüber wir armen Verwandten aus dem Osten wollten ja nur haben und schick mal. Da bin ich sehr traurig drüber weils nicht so stimmt für mich persönlich.

Habe aber jetzt sogar noch Verwandte gefunden die sich freuen dass da jemand ist den sie auch noch nicht kennen.

Reger Kontakt per Telefon und Brief.



freundliche Grüße Ute
  #6  
Alt 16.07.2014, 14:59
Benutzerbild von jacq
jacq jacq ist offline männlich
Super-Moderator
 
Registriert seit: 15.01.2012
Ort: Im schönen Norden
Beiträge: 7.682
Standard

Bei mir sind es die Urgroßväter.
Nach Hause gekommen sind sie glücklicherweise alle wieder.

Der Vater meines Opas väterlicherseits hatte "Glück" 1944 in Südfrankreich zu sein und nicht im Norden oder gar an der Ostfront. Die franz. Kriegsgefangenschaft danach dauerte jedoch 4 Jahre unter wohl kaum vorstellbaren Bedingungen, wenn ich mir Literatur und seine Krankenblätter anschaue. Demnach hätte er es wohl fast nicht geschafft.

Über den Vater meiner Oma väterlicherseits weiß ich nicht viel. Hier wollte ich noch Anfrage bei der WASt stellen.
Verstorben ist er 1945, als meine Oma 2 war. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat sein Tod etwas mit einer Kriegsverletzung zu tun.

Der Vater meines Opas mütterlicherseits soll auch kriegsversehrt nach Hause gekommen sein.
Mehr weiß ich leider auch nicht, da er die Familie wenig später verließ - WASt-Anfrage läuft.
Die Familie wurde dann 1946 aus der Heimat in Westpreußen vertrieben.
Über die Familie meiner Oma mütterlicherseits weiß ich nichts.
__________________
Viele Grüße,
jacq

  #7  
Alt 16.07.2014, 15:59
Benutzerbild von Hemaris fuciformis
Hemaris fuciformis Hemaris fuciformis ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 19.01.2009
Ort: Oberbayern
Beiträge: 1.509
Standard

Hallo zusammen,

das kommt wohl ingesamt sehr auf die jeweilige Familien-Altersstruktur an - bei mir ist rein vorfahrentechnisch nix passiert.

Meine Großväter waren im 1. Weltkrieg und hätten sie den nicht überlebt, gäbe es meine Eltern nicht. Mein Vater war im 2ten Weltkrieg und hätte er den nicht überlebt gäbe es mich nicht. Allerdings hätten sich meine Eltern ohne diesen Krieg wohl auch nicht kennengelernt. Soll ich jetzt sagen, der Krieg war für mich gut ??

Insgesamt sind aber viele Onkels im Krieg geblieben und die hätte ich schon gerne kennengelernt. (Bruder meiner Mutter, Vettern meiner Mutter, Vettern meines Vaters und alle haben selber überhaupt keine Nachfahren)

Viele Grüße
Christine
  #8  
Alt 16.07.2014, 18:26
Benutzerbild von Geufke
Geufke Geufke ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 20.01.2014
Ort: Raches Griechenland
Beiträge: 1.020
Standard

Hallo Gabi,
ich habe 3 Verluste zu vermelden. 2 Brüder meiner Großmutter mütterlicherseits, welche in Russland gefallen sind und meinen Urgroßvater, mütterlicherseits, der 1945 bei Schneidemühl gefallen sein soll.

So makaber das klingen mag, ich verdanke dem 2.WK und seinen Folgen meine Existenz, denn meine Großeltern mütterlicherseits wären sich ohne Flucht nie begegnet!
__________________
Viele Grüße, Anja

Noch immer verzweifelt gesucht: Hans (evtl. Johannes) Georg Timm, um 1930 in und um Parchim

  #9  
Alt 16.07.2014, 19:13
Karle Karle ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 13.08.2009
Beiträge: 144
Standard

Hallo Gabi,

schieres Glück und das mehrfach.

Väterlicherseits: Mein Opa war zwar Soldat, war aber irgendwie nur in Schlesien eingesetzt. Kurz nach Kriegsbeginn hatte er einen schweren Dienstunfall und wurde ausgemustert.

Seine Division wurde mehrfach im Osten aufgerieben, in einem Fall waren nur noch 11 Mann übrig. Die Division wurde immer wieder neu aufgestellt und kämpfte bis zur Kapitulation im Ruhrgebiet weiter. Ob er das alles überlebt hätte??

Mütterlicherseits: Meine Mutter überlebte als Kind (ausgebombt im Ruhrgebiet) ihre Lungenentzündung nur, weil ein GI sie kurzerhand "entführte" und in ein US-Lazarett verfrachtete. Mit dem Penicillin u.a. überlebte das kleine blonde Lockenköpfchen nur knapp. (Sie behielt nur ein schweres Asthma). Sie wurde nach ein paar Tagen auch wieder brav zuhause abgeliefert (mit Freßpaketen!!)

Alles in allem: von allen Seiten grünes Licht und dann kam ich.
Da hat man schon merkwürdige Gedanken...

Meine bessere Hälfte: Fronturlaub und schnell ihre Mutter gezeugt.
In einem zweiten Urlaub: den Stammhalter gezeugt. Überliefert ist der Spruch: "Was man hat, hat man, wer weiss ob man zurückkommt aus der Sch..."
(Nach der Gefangenschaft krank, aber lebend nach Hause gekommen)
Der Bruder ihrer Oma blieb in Polen vermisst (Schicksal konnte ich aufklären, er ist auf einem normalen Kirchenfriedhof begraben).
Vermutlich hat der Befehl nach Berlin einzuschwenken sie nicht von der russischen Angriffswelle entfernt, sondern parallell auflaufen lassen.
Sie wurden komplett vernichtet. (Auf Fotos habe ich einen guten Freund von ihm entdeckt, dieser hat es überlebt und ist jetzt pensionierter Rektor ein paar Orte weiter. Den werde ich demnächst besuchen.)

Es gibt noch jede Menge merkwürdiger Fälle. Man kommt aus dem Wundern nicht mehr raus.


Grüße aus dem Schwarzwald

Karle
  #10  
Alt 16.07.2014, 20:18
Benutzerbild von XJS
XJS XJS ist offline weiblich
Moderator
 
Registriert seit: 03.01.2009
Ort: Bückeburg
Beiträge: 3.362
Standard

Hallo,

auch ich gehöre zu den Glücklichen, bei denen niemend aus der direkten Linie vermisst wurde oder gefallen ist. Ein Urgroßvater hat sogar an beiden Kriegen teilgenommen und überlebt.
Allerdings sind 3 Brüder meiner Oma gefallen.

Mein Großvater mütterlicher Seite kam zum Glück aus der Kriegsgefangenschaft zurück - 9 Monate später wurde meine Mutter geboren.

Grüße aus OWL
Anja
__________________
Vom Standpunkt der Jugend aus gesehen
ist das Leben eine unendlich lange Zukunft.
Vom Standpunkt des Alters aus
eine sehr kurze Vergangenheit.
Arthur Schopenhauer, 1788 - 1860, dt. Philosoph
Thema geschlossen

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 18:33 Uhr.