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  #1  
Alt 20.10.2014, 01:32
Benutzerbild von scheuck
scheuck scheuck ist offline weiblich
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Ausrufezeichen Seuchen, Epidemien und andere Krankheiten zu bestimmten Zeiten in bestimmten Regionen

Liebe Mit-Forscher,

gestern bin ich über 3 Sterbe-Einträge gestolpert, die mir zu denken geben:

eine Ehefrau stirbt am 12.01.1814 in Ruhrort (ohne Angabe der Todes-Ursache)
der Ehemann stirbt am 16.01.1814 in Ruhrort (auch keine weitere Angabe)
der Bruder der Frau stirbt am 19.01.1814 in Ruhrort (auch keine weiteren Angaben)

Wenn man sich diese Sterbe-Daten anguckt, kann man auf die Idee kommen, dass in Ruhrort zu dieser Zeit irgendetwas "los" gewesen sein könnte.
Extrem kalter Winter? - Somit vielleicht Hungersnot und/oder Lungenentzündungen?
Cholera, Ruhr, Typhus oder sonstige ansteckende Krankheiten?

Vielleicht wäre es sinnvoll, hier im Forum mal eine Liste zusammenzustellen, die darüber Auskunft gibt, welche Epidemien es zu welcher Zeit in welcher Region gegeben hat ?
Ich bin im vorliegenden Fall schon mal ratlos bzw habe keinerlei Idee
__________________
Herzliche Grüße,
Scheuck
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  #2  
Alt 20.10.2014, 01:44
Pitka Pitka ist offline weiblich
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Hallo,

ja in der Zeit war in Ruhrort was los.

Hier aus der Ruhrortseite:

http://ruhrorter-chronik.de/cms/fron...idcat=4&lang=1 :


"1814 Der Ruhrorter Landsturm nimmt an der Belagerung der von einer französischen Garnison verteidigten Festung Wesel teil. Am 12. Januar erbeutet der Ruhrorter Landsturm 3 französische Kanonen auf der Hornberger Seite."

Vielleicht haben die Todesfälle ja damit etwas zu tun?

L.G. Pitka
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  #3  
Alt 20.10.2014, 08:09
Alter Mansfelder Alter Mansfelder ist offline
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Guten Morgen Scheuck,

Zitat:
Zitat von scheuck Beitrag anzeigen
Vielleicht wäre es sinnvoll, hier im Forum mal eine Liste zusammenzustellen, die darüber Auskunft gibt, welche Epidemien es zu welcher Zeit in welcher Region gegeben hat ?
ich glaube, das wäre eine Sisyphusarbeit ohne Anfang und ohne Ende. Und im konkreten Fall (Tod des eigenen Vorfahren) hilft Dir eine solche Liste trotzdem nicht, wenn die Todesursache nicht eindeutig im Sterbeeintrag vermerkt worden ist.

Es grüßt der Alte Mansfelder
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  #4  
Alt 20.10.2014, 08:19
Benutzerbild von Silke Schieske
Silke Schieske Silke Schieske ist offline
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Moin,

Hier mal eine kleinere Liste von Epidemien. Auch wenn sie nicht zu der gesuchten Zeit im Ruhrgebiet herschten.

http://www.anabell.de/pandemien/pandemien.php

LG Silke

Hier noch ein Link zu weiteren Epidemien.
http://meckertante.de/Genealogie/Ver...Epidemien.html
__________________
Wir haben alle was gemeinsam.
Wir sind hier alle auf der Suche, können nicht hellsehen und müssen zwischendurch auch mal Essen und Schlafen.

Geändert von Silke Schieske (20.10.2014 um 08:25 Uhr)
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  #5  
Alt 20.10.2014, 08:36
BenediktB BenediktB ist offline männlich
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Hallo zusammen,

wie man hier: http://books.google.de/books?id=h4VS...201814&f=false und hier: http://books.google.de/books?id=DFYS...201814&f=false auch lesen kann, war der Januar 1814 wohl wettertechnisch sehr unangenehm. Scheinbar gab es schwere Stürme und der Rhein führte bei hohem Pegel viel Eis mit sich. Das lässt auf einen strengen Winter schließen, der perfekte Nährboden für Erkrankungen. Und da hat es ja damals schnell einmal einige Familienmitglieder dahingerafft.
Wären nur die Männer betroffen gewesen, hätte ich auf den o.g. Krieg getippt. Da aber die Frau "die Erste" war, tippe ich doch eher auf eine Krankheit aufgrund der Wetterbedingungen. Das ist aber alles nur Spekulation.

VG
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  #6  
Alt 20.10.2014, 10:35
holsteinforscher holsteinforscher ist offline
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Beiträge: 2.350
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Hallo aus Kiel,
in den Jahren 1813-1814 gab es in Deutschland eine große Fleckfieber-Epidemie.
In Deutschland trat die größte Fleckfieber-Epidemie 1813/1814 auf. In Dresden und Leipzig starben mehr als zehn Prozent der Bevölkerung.
das Fleckfieber brachten die napoleonischen Truppen im frühen 19. Jahrhundert aus Russland mit. Wegen der Kälte trugen die Soldaten ihre Kleidung ununterbrochen, ohne Gelegenheit sie zu wechseln oder zu waschen – die idealen Bedingungen für Flöhe, die den Fleckfieber-Erreger auf den Menschen übertragen. „Nur ein Fünftel von Napoleons Soldaten kehrte zurück“, sagt Medizinhistoriker Vasold, „ein großer Teil der Toten geht auf das Konto des Fleckfiebers.
Sollte es sich tatsächlich um eine Epidemie handeln, so dürften in den ent-
sprechenden KB's eine überproportionale Todesrate zu verzeichnen sein.
Berücksichtigt man ferner die hygienischen Um- und Zustände, die räumliche
Enge usw. ist es nicht verwunderlich, dass schnell ganze Familien durch
Krankheiten dahingerafft wurden.
Mit den besten Grüssen von der Kieler-Förde
Roland
__________________
Die besten Grüsse von der Kieler-Förde
Roland...


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  #7  
Alt 20.10.2014, 11:48
Benutzerbild von scheuck
scheuck scheuck ist offline weiblich
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Standard Seuchen, Epidemien ...

Ein großes an alle Helfer und Ratgeber!!!
"Einigen" wir uns also darauf, dass diese Todesfälle innerhalb so kurzer Zeit in einer Familie auf jeden Fall nicht "normal" gewesen sein können....
__________________
Herzliche Grüße,
Scheuck
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  #8  
Alt 21.10.2014, 21:46
Benutzerbild von Svenja
Svenja Svenja ist offline weiblich
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Hallo

Falls es jemanden interessiert, ich habe mal vor einigen Jahren aus diversen Zeitungen (vor allem Freisinger Tagblatt/Amtsblatt und Würzburger Zeitung) einige Artikel rausgeschrieben, in denen es um die offenbar europaweite Cholera-Epidemie von 1867 und um die grossen Überschwemmungen von 1868 geht. Unter den Berichten über die Cholera sind auch einige ziemlich kuriose, aus denen hervorgeht wen oder was man beschuldigt hat, die Cholera ausgelöst oder verbreitet zu haben. Inzwischen gibt es viel mehr Websites mit alten Zeitungen online, man könnte also sicher noch mehr Berichte über diese Ereignisse finden.

Gruss
Svenja
__________________
Meine Website über meine Vorfahren inkl. Linkliste:
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  #9  
Alt 21.10.2014, 22:03
Mark Obrembalski Mark Obrembalski ist offline männlich
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Das kommt jetzt darauf an, was man als "normal" ansieht. Gefährliche Infektionen sind leider, so finde ich, "normal" genug. Auch heute noch sterben z.B. jedes Jahr allein in Deutschland einige tausend Menschen an der Grippe. Und früher gab es auch hier (woanders ist das noch heute so) noch mehr Krankheiten, die nur allzu normal waren. Damit kurz nacheinander mehrere Angehörige einer Familie sterben, muss es nicht mal die richtig große Epidemie geben. Familienangehörige stecken sich oft leichter an als Fremde. Es kann auch genetisch bedingt sein, dass man für eine bestimmte Krankheit (oder auch nur den jeweiligen Stamm von Bakterien oder Viren) anfälliger ist als die meisten anderen. Oder es liegt an Umwelteinflüssen, denen eine Familie besonders ausgesetzt ist (Trinkwasserquelle, örtliche Luftverschmutzung...)

War es in den Büchern damals denn üblich, dass die Todesursache angegeben wird? Wenn ja, dann spricht das Fehlen von Angaben vielleicht gerade für eine große Epidemie - die übliche Todesursache dieser Zeit sah der Schreiber vielleicht als so klar an, dass er glaubte, sich die Angabe sparen zu können.
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  #10  
Alt 22.10.2014, 17:55
Benutzerbild von Brigitte Bernstein
Brigitte Bernstein Brigitte Bernstein ist offline weiblich
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Registriert seit: 02.08.2010
Ort: Offenbach am Main
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Hallo Mark!
Ist etwas über die Beerdigung bekannt? Bei Seuchen wurden die Verstorbenen so schnell wie möglich in vielen Fällen sogar am Tage ihres Todes beerdigt. Ich hatte bei meinen Ahnen auch solche Todesfälle. Da war es die Spanische Grippe. (Wurde bei den Sterbematrikeln angegeben)
Schöne Grüße Brigitte
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Suche im Raum Trautenau, Parschnitz, Alt Rognitz, Deutsch Prausnitz, Bausnitz und Lampersdorf. Meine Namen Rasch, Staude, Reichelt, Letzel,
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