#1  
Alt 23.06.2015, 13:03
vogbb vogbb ist offline weiblich
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Beitrag Bildung von Grundbesitz...

Hallo im Forum,

ich habe in den Familienunterlagen alte Kaufverträge gefunden. Teilweise sind sie 100 Jahre alt, u.a. auch der Kaufvertrag meines Elternhauses.

Nun stelle ich mir die Frage, wie haben unsere Ahnen den Grundbesitz erhalten. Seit wann ungefähr, besitzen die "nichtadeligen" Einwohner /Bürger eines Ortes Grundbesitz. Haben Sie diesen von der Kirche abgekauft oder abgearbeitet?

Wo findet man Unterlagen dazu?

Kann mir jemand eine AW geben?

Gruß vogbb
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  #2  
Alt 23.06.2015, 18:40
holsteinforscher holsteinforscher ist offline
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Moinsen aus Kiel,
ich kann leider nur kurz antworten:
Einfach bei *Tante Google* zum Thema Colonisationspolitik suchen
oder hier im Forum...so leicht kam man augenscheinlich um 1750, auch
als einfacher Mann an Grundbesitz.
Ich würde zwar gerne ausführlicher Antworten, aber moment. fehlt mir
die Zeit...ischa Kieler-Woche
Roland
__________________
Die besten Grüsse von der Kieler-Förde
Roland...


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  #3  
Alt 24.06.2015, 00:39
Mark Obrembalski Mark Obrembalski ist offline männlich
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Vor 100 Jahren galt in Deutschland schon seit anderthalb Jahrzehnten das Bürgerliche Gesetzbuch, und die Bestimmungen, wie man Grundbesitz erwirbt, haben sich seitdem nicht grundsätzlich geändert. Auch damals hat man also mit dem Verkäufer einen notariellen Vertrag abgeschlossen. Besondere Unterschiede zwischen Adligen und Nichtadligen gab es normalerweise nicht.

Von wem Deine Ahnen den Grundbesitz erworben haben, sollte im Kaufvertrag, der Dir ja offenbar vorliegt, stehen.
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  #4  
Alt 09.07.2015, 19:20
Benutzerbild von Brigitte Bernstein
Brigitte Bernstein Brigitte Bernstein ist offline weiblich
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Hallo!
Meine Ahnen im Riesengebirge konnten ab zirka 1800 eigenen Grund und Boden erwerben. Zuvor gab es dort zwar auch schon Eigentümer von Grundbesitz, dass waren aber in erster Linie Adlige oder auch Kirchen, Bei einer Heiratsmatrikel 1800 wurde der Bräutigam als Eigentümer seines Landes, das er frei und selbstständig bewirtschaften konnte angegeben. In den meisten fällen wurden die Grundstücke aber von einem Kloster, oder der Kirche gepachtet.
Schöne Grüße Brigitte
__________________
Suche im Raum Trautenau, Parschnitz, Alt Rognitz, Deutsch Prausnitz, Bausnitz und Lampersdorf. Meine Namen Rasch, Staude, Reichelt, Letzel,
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  #5  
Alt 10.07.2015, 11:58
gki gki ist offline
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Vielleicht ist dieser Wikipedia-Artikel dazu ganz interessant: https://de.wikipedia.org/wiki/Bauernbefreiung
__________________
Gruß
gki
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  #6  
Alt 10.07.2015, 12:08
Alter Mansfelder Alter Mansfelder ist offline
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Hallo vogbb,

Zitat:
Zitat von vogbb Beitrag anzeigen
Nun stelle ich mir die Frage, wie haben unsere Ahnen den Grundbesitz erhalten. Seit wann ungefähr, besitzen die "nichtadeligen" Einwohner /Bürger eines Ortes Grundbesitz. Haben Sie diesen von der Kirche abgekauft oder abgearbeitet?

Wo findet man Unterlagen dazu?

Kann mir jemand eine AW geben?
ich glaube, das kann man nicht pauschal beantworten. Es mag nicht unerhebliche zeitliche und regionale Unterschiede gegeben haben.

Es ist übrigens ein großer Irrtum zu glauben, den (Nieder-) Adeligen hätte der Grund und Boden selbst gehört. Auch sie waren in der Regel nur von höherer Stelle (erblich) belehnt und haben den Grundbesitz an ihre Leutchen als (erbliche) Afterlehen, Mannlehen, Erbzinsgut, Lassgut oder was auch immer weitergegeben.

Es grüßt der Alte Mansfelder
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  #7  
Alt 10.07.2015, 15:00
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist gerade online
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Zitat:
Zitat von vogbb Beitrag anzeigen
....Seit wann ungefähr, besitzen die "nichtadeligen" Einwohner /Bürger eines Ortes Grundbesitz. Haben Sie diesen von der Kirche abgekauft oder abgearbeitet?...
Hallo,
da muss ich jetzt schmunzeln.
Ich war immer der Meinung, dass es umgekehrt war: nämlich der Grund und Boden im "Volksbesitz", also im Besitz der angestammten Bevölkerung, war, und peu à peu von den "Adeligen" oder "der Kirche" aufgekauft oder geraubt wurde, bzw. an den Territorialherr überging, wenn die Steuern nicht bezahlt wurden oder es keine Erben gab.
Gruss
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  #8  
Alt 11.07.2015, 16:10
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist gerade online
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Hallo,
Zur Entstehung von Grundbesitz kam es auch durch Aufteilung des Allgemeinbesitzes des Dorfes unter den einzelnen Dorfbewohnern.
siehe dazu:
https://de.wikipedia.org/wiki/Separa...urbereinigung)

Gruss

Geändert von Anna Sara Weingart (11.07.2015 um 16:12 Uhr)
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  #9  
Alt 12.07.2015, 01:32
Alter Mansfelder Alter Mansfelder ist offline
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Hallo zusammen,

Zitat:
Zitat von Anna Sara Weingart Beitrag anzeigen
Ich war immer der Meinung, dass es umgekehrt war: nämlich der Grund und Boden im "Volksbesitz", also im Besitz der angestammten Bevölkerung, war, und peu à peu von den "Adeligen" oder "der Kirche" aufgekauft oder geraubt wurde, bzw. an den Territorialherr überging, wenn die Steuern nicht bezahlt wurden oder es keine Erben gab.
früher im DDR-Geschichtsunterricht hat man uns immer die Mär vom armen Volk weismachen wollen, das überall gleichermaßen tagaus, tagein erbarmungslos von den Junkern und der Kirche geknechtet worden ist.

Nicht immer so starr im heutigen rechtlichen Korsett denken: Ob ich nun einen Lehns- bzw. Erbzinsbrief in der Tasche habe oder einen vom Grundbuchamt beglaubigten Grundbuchauszug, macht doch im Normalfall kaum einen Unterschied. Nur dass ich nicht vielleicht einen Tag pro Woche auf den Feldern des Amtes oder eines anderen Grundherrn Dienste tun muss, sondern ein gutes halbes Jahr ausschließlich für die Steuer usw. arbeite - das ist schon was anderes

Es grüßt der Alte Mansfelder
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  #10  
Alt 13.07.2015, 17:29
vogbb vogbb ist offline weiblich
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Hallo an alle ,

ich danke euch für die Beiträge.

Gruß vogbb
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