#1  
Alt 15.08.2020, 10:41
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HindeburgRattibor HindeburgRattibor ist offline männlich
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Standard Jüdische Vorfahren aus Oberschlesien

Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 1796
Genaue Orts-/Gebietseingrenzung: Markowitz, Krs. Ratibor, Oberschlesien
Konfession der gesuchten Person(en): jüdisch
Bisher selbst durchgeführte Internet-Recherche (Datenbanken):
Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive):



Hallo liebe Forscher,


meine Ururururururgroßmutter Anna Piwkowski war jüdischer Konfession und im katholischen Kirchenbuch von Markowitz aus dem Jahr 1815 ist vermerkt, dass sie in Folge der Trauung katholisch wurde.
Nun meine Frage: Wie finde ich mehr zu dem jüdischen Zweig meiner Familie?


Ich habe noch einen Ahnenpass von meinem Ururgroßvater & Ururgroßmutter. Die beiden hatten nur einen kleinen Ariernachweis bis zu den Großeltern. Was wäre denn passiert, wenn einer aus der Familie zur SS gegangen wäre? Soweit ich weiß, mussten doch da einige Vorfahren mehrere Jahrhunderte zurück verfolgen. Was hätte dies für Konsequenzen für meine Familie bedeutet, wenn Sie herausgefunden hätten, dass die Ururgroßmutter meiner Ururgroßmutter jüdisch war.


Vielen Dank schon mal für eure Antworten!
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  #2  
Alt 15.08.2020, 11:05
sonki sonki ist offline
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Zitat:
Zitat von HindeburgRattibor Beitrag anzeigen
Ich habe noch einen Ahnenpass von meinem Ururgroßvater & Ururgroßmutter. Die beiden hatten nur einen kleinen Ariernachweis bis zu den Großeltern. Was wäre denn passiert, wenn einer aus der Familie zur SS gegangen wäre? Soweit ich weiß, mussten doch da einige Vorfahren mehrere Jahrhunderte zurück verfolgen. Was hätte dies für Konsequenzen für meine Familie bedeutet, wenn Sie herausgefunden hätten, dass die Ururgroßmutter meiner Ururgroßmutter jüdisch war.
Also der große Ariernachweis, der hier relevant gewesen wäre, wurde von den Betroffene Personen selbst erstellt. Wenn sie sich also wirklich bei der SS beworben hätten, dann hätten sie das also frühzeitig bemerkt.
3 Möglichkeiten:
a) man hätte sich dann also überhaupt nicht beworben
b) man wäre abgelehnt worden
c) man hätte versucht den Nachweis zu fälschen (unwahrscheinlichste Variante)

a) wäre wohl die wahrscheinlichste Variante gewesen.
b) bei Ablehnung hätte es u.U. zu einer Einstufung der Person als "nicht reinrassig" kommen können. Da die jüd. Vorfahren aber relativ weit zurücklagen, wäre es vielleicht auch ohne Konsequenzen gewesen. Meist gab es nur Probleme wenn die Großeltern der Person jüd. Abstammung waren. Inweit es bei Ur(Ur)-Großeltern zu Konsequenzen kam, weiß ich nicht.
c) hätte man dies irgendwie geschafft, dann wäre nichts weiter passiert

Der kleine Ariernachweis ging nur bis zu den Großeltern und hätte in diesem Fall keine Konsequenzen gehabt. Solange man also keine Beruf gehabt hätte der den großen Nachweis verlangte und man auf die Bewerbung bei der SS verzichtete, wäre vermutlich also nichts weiter passiert (ohne Gewähr).

Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Ariernachweis

Geändert von sonki (15.08.2020 um 11:08 Uhr)
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  #3  
Alt 15.08.2020, 13:06
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HindeburgRattibor HindeburgRattibor ist offline männlich
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Das ist ja interessant, gut zu wissen.
Weiß einer wie ich mehr über meine jüdischen Vorfahren herausfinde? Gibt es da Kirchenbücher oder wie gehe ich vor?
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  #4  
Alt 15.08.2020, 13:19
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Hallo!
Ich hab's noch nicht ganz verstanden.

Du suchst also die weiteren Vorfahren der Jüdin Anna Piwkowski, die 1815 in Markowitz, Kreis Ratibor/Oberschlesien, einen katholischen Mann heiratet. Ist das so richtig? Weil ich kann jetzt im ersten Anlauf keine jüdische Familie dieses Namens in OS ausfindig machen. Steht denn im Tr-Eintrag nichts über ihren Vater, Stand u. Herkunft drin?

MfG
Manni
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  #5  
Alt 15.08.2020, 13:25
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HindeburgRattibor HindeburgRattibor ist offline männlich
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Ja, genau ich suche Ihre weiteren Vorfahren. Im Traueintrag ist leider kein Geburtsort eingetragen. Ebenfalls fehlen Informationen zu den Eltern. Habe den Traueintrag mal hier angehängt. (Eintrag Nr. 11)
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg 1815 Joseph Klar & Anna Piwkowski.jpg (253,9 KB, 28x aufgerufen)
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  #6  
Alt 15.08.2020, 13:44
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Weltenwanderer Weltenwanderer ist offline männlich
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Hallo,

jüdische Vorfahren zu finden wird in diesem Zeitraum bereits schwierig.
Was es an Registern gibt, wurde bereits von Silius Radicum veröffentlicht. Weitere Unterlagen zu Juden findet man gewöhnlich in den Beständen des zuständigen Amtsgerichts oder den Stadtakten. Bei ländlichen Regionen ist das natürlich nochmal schwieriger.
Als Experten für oberschlesische Juden würde ich am ehesten Sławomir Pastuszka und Johannes Czakai nennen.
http://www.slawekpastuszka.pl/genealogia/

LG,
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Kreis Militsch: Latzel, Gaertner, Meißner, Drupke, Mager, Stiller
Kreis Tarnowitz / Beuthen: Gebauer, Parusel, Michalski, Wilk, Olesch, Blondzik, Kretschmer, Wistal, Skrzypczyk, von Ziemietzky, von Manowsky
Brieg: Parusel, Latzel, Wuttke, Königer, Franke
Trebnitz: Stahr, Willenberg, Oelberg, Zimmermann, Bittermann, Meißner, Latzel
Kreis Grünberg / Freystadt: Meißner, Hummel

Mein Stammbaum bei GEDBAS

Geändert von Weltenwanderer (15.08.2020 um 14:33 Uhr)
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  #7  
Alt 15.08.2020, 14:13
schmeisdorf schmeisdorf ist offline
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Schau doch mal ins OFB Juden im Deutschen Reich, bzw. befrag doch mal den Ersteller. Vielleicht hat er eine Idee.
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  #8  
Alt 15.08.2020, 15:42
Manni1970 Manni1970 ist offline
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Nein, was du uns da zeigst, ist ja nicht das KB, sondern die vom Küster angefertigte Abschrift davon. Gerade beim Übertritt von Juden zur kath. Kirche hatten die Pfarrer doch meist mehr ins Original-KB geschrieben. Ich denke, du hast eine realistische Chance auf weitere Angaben im Mormonenfilm
https://www.familysearch.org/search/...tory%20Library

Versuch es doch mal in den jüd. Matrikeln von Ratibor, die dortige Synagoge wird doch wohl für den gesamten Kreis zuständig gewesen sein.
https://www.familysearch.org/search/...tory%20Library
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  #9  
Alt 16.08.2020, 00:29
Benutzerbild von Svenja
Svenja Svenja ist offline weiblich
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Hallo

Der erste Schritt sollte sein, sowohl den Original-Heiratseintrag als auch ihren Original-Taufeintrag zu finden. Denn wenn sie zwecks Heirat zu einem christlichen Glauben übergetreten ist, muss sie auch getauft worden sein und dabei einen neuen Namen erhalten haben, und davon wurde ein Taufeintrag angefertigt.

Erst wenn dir ihr jüdischer Name und ihr Geburtsort bekannt ist (und im besten Fall auch die Namen ihrer Eltern) kannst du mit der Forschung in jüdischen Gemeinden/Matrikeln bzw. Datenbanken auf gewissen Websites beginnen.

Gruss
Svenja
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Meine Website über meine Vorfahren inkl. Linkliste:
https://iten-genealogie.jimdofree.com/

Interessengemeinschaft Oberbayern http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=38

Interessengemeinschat Unterfranken http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=37

Interessengemeinschaft Sudetendeutsche http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=73

Geändert von Svenja (16.08.2020 um 00:33 Uhr)
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  #10  
Alt 16.08.2020, 00:32
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Hallo

Der erste Schritt sollte sein, sowohl den Original-Heiratseintrag als auch ihren Original-Taufeintrag zu finden. Denn wenn sie zwecks Heirat zu einem christlichen Glauben übergetreten ist, muss sie auch getauft worden sein und dabei einen neuen Namen erhalten haben, und davon wurde ein Taufeintrag angefertigt.

Erst wenn dir ihr jüdischer Name und ihr Geburtsort bekannt ist (und im besten Fall auch die Namen ihrer Eltern) kannst du mit der Forschung in jüdischen Gemeinden/Matrikeln bzw. Datenbanken auf gewissen Websites beginnen.

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