#61  
Alt 05.08.2020, 10:31
Balduin1297 Balduin1297 ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 24.02.2016
Beiträge: 589
Standard

Ich weiß nun sicher, dass der Eduard und der Julius die einzigen beiden Brüder sind, die nach Russland ausgewandert sind. Die zuvor vermuteten Verwandten sind zu 100% nicht mit dem Julius und dem Eduard verwandt. Außer der Theodor, der deutlich später ausgewandert ist. Viele Geschwister sind in Bergen auf Rügen geblieben.

Und Oberverwalter durften Kinder taufen. Besonders in abgelegenen Regionen, wo die Güter sehr weit von der nächsten Kirche entfernt waren, war das auch sehr wichtig. Das war auch der Grund, warum der Oberverwalter Julius Müller seinen Sohn selbst getauft hat. Der Oberverwalter Ernst Eck hat auch einige Kinder getauft, die nicht seine eigenen Kinder waren.

Geändert von Balduin1297 (05.08.2020 um 18:46 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #62  
Alt 05.08.2020, 18:53
Balduin1297 Balduin1297 ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 24.02.2016
Beiträge: 589
Standard

Eigentlich wäre es passender gewesen, dass Thema im Unterforum Internationale Familienforschung zu erstellen, da ja niemand in der Familie Müller ein Kolonist war und somit auch nicht in den typischen deutschen Siedlungsgebieten in Russland gelebt hat. Allerdings aufgrund des Mangels an evangelischen Kirchen in Russland wurde ein Teil der Kinder des Julius auch in einem evangelischen Kirchenbuch einer deutschen Kolonie eingetragen, auch wenn nur der jüngste Sohn dort auch getauft wurde. Aller anderen 10 Kinder wurden auf Gütern getauft.
Trotzdem wurde mir auch in diesem Unterforum durch die Suche in den Kirchenbüchern der Kolonien sehr geholfen.
Mit Zitat antworten
  #63  
Alt 05.08.2020, 20:12
Balduin1297 Balduin1297 ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 24.02.2016
Beiträge: 589
Standard

Übrigens war der Vater des Conrads namens Joachim Friedrich David Pächter von Mölln und nicht der Conrad selbst.

Geändert von Balduin1297 (05.08.2020 um 20:14 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #64  
Alt 07.08.2020, 11:25
Balduin1297 Balduin1297 ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 24.02.2016
Beiträge: 589
Standard

Hier gibt es auch noch einige Informationen zu Iwanowka:

http://kochubeevska-gromada.com.ua/g...anoyi-gromadi/

Und folgender Suchbegriff bei Wikipedia: Ивановка (Высокопольский район)

Die Wikipedia Links funktionieren leider nicht mehr.

Geändert von Balduin1297 (07.08.2020 um 11:30 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #65  
Alt 07.08.2020, 15:34
Balduin1297 Balduin1297 ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 24.02.2016
Beiträge: 589
Standard

Im evangelischen Kirchenbuch von Mogilew habe ich einen Taufeintrag eines Kindes gefunden, welches auch am 24.7.1849 in Jakoblitsch/Jakowitsch/Yakovichi, also am selben Tag wie der Sohn des Julius getauft wurde. Er ist auf dem Landgut Tschurilowa geboren und wurde auch nach dem Julius Müller Julius Wladislaw Urbanowitsch genannt. Der Vater war der Kunstgärtner Karl Urbanowitsch und seine Frau Anna Birschert. Taufpaten waren Herr Julius Müller und Frau Katharina Nosdrofska.

Er ist somit das zweite Taufpatenkind des Julius. Der Verwalter des Grafen Zuccato Julius Müller hat den Karl Urbanowitsch als Kunstgärtner eingestellt.

Ich habe auch den Heiratseintrag des Karl Urbanowitsch gefunden. Er hat am 6.2.1849 die Anna Birschert geheiratet.
Das ist umso ärgerlicher, dass ich zwar die Heirat seines Gärtners finde, aber nicht seine eigene Heirat mit der Ottilie. Und auch in Riga, wo die Ottilie geboren ist, haben der Julius und die Ottilie leider nicht geheiratet.
Hat jemand noch eine Idee, wo und wann der Julius und die Ottilie geheiratet haben könnten?

Der Taufeintrag und der Heiratseintrag befindet sich im Anhang.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Geburt-1849-2-Mogilew.jpg (254,6 KB, 3x aufgerufen)
Dateityp: jpg Heirat-1849-Mogilew.jpg (237,9 KB, 3x aufgerufen)

Geändert von Balduin1297 (09.08.2020 um 11:45 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #66  
Alt 07.08.2020, 16:17
Balduin1297 Balduin1297 ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 24.02.2016
Beiträge: 589
Standard

Ich möchte lieber Jürgen in diesem Thema antworten, da es thematisch besser passt als im militärischen Unterform:

Die Akten zu den Heimatscheinen und Schutzscheinen sowie die Matrikelakten sind noch sehr unbekannt in der Genealogie. Für mich sind diese Aktenbestände die einzige Möglichkeit, über die sehr begrenzten evangelischen Kirchenbücher hinaus, die nur von 1833-1885 verfügbar sind und dazu noch sehr lückenhaft, etwas über die Familie Müller und Hartmann herauszufinden. Und auch für viele andere Genealogen, die in Russland forschen, können diese Aktenbestände sehr hilfreich sein, da sehr viele preußische Untertanen nach Russland ausgewandert sind.
Eigentlich müssten diese sehr großen Aktenbestände, von denen ich nur einen sehr kleinen Teil selbst im Archiv eingesehen habe, viel bekannter gemacht werden und auch digitalisiert werden. Wäre ich schon eher auf diese Akten gestoßen, hätte ich viel Zeit und Geld gespart.
Um seine preußische Staatsbürgerschaft nicht zu verlieren, musste man von 1839-1871 einen Heimatschein beim preußischen Konsulat in St. Petersburg beantragen. Es gibt einmal ein Verzeichnis, dass alle ausgestellten Heimatscheine auflistet. Leider sind die dortigen Daten sehr kurz gehalten. Aus diesem Verzeichnis werde ich noch die Eintragung des Julius und des Eduard in den Anhang hochladen.
Dann gibt es noch einen Aktenbestand zu den Erteilungen von Heimatscheinen und Schutzscheine an preußische Untertanen. Dort werden allgemeine Zeitungsartikel, Gesetzesänderungen und die Briefe und Korrespondenzen der Konsuln. Dort werden hauptsächlich Untersuchungen angestellt, ob eine Person überhaupt ein preußischer Untertan war und ob er einen Heimatschein ausgestellt bekommen darf. Diese Untersuchungen sind teilweise sehr umfangreich über etliche Seiten, wo sehr viel Informationen zum Beruf der Person und anderen interessanten Daten eingetragen wurden. Da der Julius allerdings scheinbar eine klare und gut dokumentierte Herkunft hatte, taucht er in diesem Bestand leider nicht auf. Nur bei Personen, deren Herkunft unsicher war und deshalb Untersuchungen angestellt wurden.
Eigentlich müsste man denken, dass wenn man eine gesicherte Herkunft hatte, es die meisten Dokumente gibt. Hier ist es leider genau umgekehrt.
Dann gab es noch ab 1871 nach der Reichsgründung die Matrikelakten. Um seine deutsche Staatsbürgerschaft nicht zu verlieren, musste man sich in die Matrikel eintragen lassen. Wenn man sich eingetragen hatte, bekam man dann einen Schutzschein ausgestellt. Die Matrikelakten sind deutlich umfangreicher als die preußischen Akten aus St. Petersburg. Nur leider wurde trotzdem auch in der Matrikelakte des Julius nicht seine Heiratsdaten angegeben, nur die Geburtsdaten seiner Ehefrau und Kinder. Und der Archivar meinte, dass normalerweise die Heiratsdaten angegeben werden. Und leider sind nicht mehr alle Matrikelakten archiviert. Die Matrikelakten des Konsulats Kiew, zu welchem das Gouvernement Charkow gehörte, sind leider verschollen.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg 20200721_1128132.jpg (182,5 KB, 4x aufgerufen)
Dateityp: jpg 20200720_141404.jpg (228,0 KB, 4x aufgerufen)
Dateityp: jpg 20200721_115236.jpg (225,9 KB, 4x aufgerufen)
Dateityp: jpg 20200722_092028.jpg (218,0 KB, 4x aufgerufen)
Dateityp: jpg 20200722_092037.jpg (225,8 KB, 4x aufgerufen)
Dateityp: jpg 20200722_093038.jpg (218,1 KB, 4x aufgerufen)
Dateityp: jpg 20200722_093047.jpg (219,1 KB, 4x aufgerufen)

Geändert von Balduin1297 (07.08.2020 um 21:17 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #67  
Alt 07.08.2020, 23:42
Balduin1297 Balduin1297 ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 24.02.2016
Beiträge: 589
Standard

So arm war der James Oscar Müller gar nicht. Er war ursprünglich Elektrotechniker sowie Mechaniker und er war ab über 50 technischer Revisor. In dem evangelischen Kirchenbuch von Nikolajew, indem die Taufen seiner älteren Brüder eingetragen wurden, gab es viele Engländer, die Mechaniker/Mechanicus oder Ingenieure waren. Denn gerade für diese Art der Arbeit waren die Engländer in dieser Zeit bekannt. Vielleicht war auch der Taufpate des James Oscar Müller ein Ingenieur oder Mechaniker. Es ist auf jeden Fall sehr ungewöhnlich, dass ein Engländer der Taufpate war, da es in England keine Lutheraner gab. Es gab zwar Protestanten in England, aber keine Lutheraner. Ich habe auch herausgefunden, dass er nicht nur Trauzeuge bei zwei Heiraten des älteren Bruders seiner Ehefrau war, sondern er war auch der Trauzeuge des einzigen Sohnes des Hermann Alexander Müller namens Carl Franz Paul Müller war. Er ist am 27.7.1896 in Berlin geboren und war Polizeioberwachtmeister. Er hat am 27.1.1923 in Berlin-Rixdorf die Erzieherin Hedwig Laura Ludowika von Heÿbowitz geheiratet. Sie ist am 24.09.1895 in Berlin-Schöneberg geboren und am 23.3.1972 in Köln-Nippes gestorben.
Der Hermann Alexander war der Großonkel meines Großvaters väterlicherseits und mein Großvater war auch eine Zeit lang Polizist in Berlin. Der James Oscar war auch Trauzeuge bei allen seinen Kindern, die das Erwachsenenalter erreicht haben. Der Wilhelm Otto Müller war Maler und seine Ehefrau Marie Louise Rosenthal war Portraitmalerin.
Die Familie Müller hat sowohl in Ostberlin als auch in Westberlin gewohnt.
Alle Heiratsurkunden der Familie Müller in Berlin befinden sich im Anhang.
Der Verbleib der restlichen Geschwister des James Oscar ist leider unbekannt. Ich hoffe auf jeden Fall sehr, dass zeitnah die restlichen Sterberegister nach 1920 bei Ancestry online gestellt werden.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Heirat-1910.jpg (254,4 KB, 3x aufgerufen)
Dateityp: jpg Heirat-1910-2.jpg (253,9 KB, 2x aufgerufen)
Dateityp: jpg Heirat-1916.jpg (262,8 KB, 2x aufgerufen)
Dateityp: jpg Heirat-1916-2.jpg (254,0 KB, 0x aufgerufen)
Dateityp: jpg Heirat-1918.jpg (254,4 KB, 1x aufgerufen)
Dateityp: jpg Heirat-1918-2.jpg (249,3 KB, 1x aufgerufen)
Dateityp: jpg Heirat-1921.jpg (243,6 KB, 2x aufgerufen)
Dateityp: jpg Heirat-1921-2.jpg (246,0 KB, 1x aufgerufen)
Dateityp: jpg Heirat-1923.jpg (243,0 KB, 3x aufgerufen)
Dateityp: jpg Heirat-1923-2.jpg (242,5 KB, 2x aufgerufen)

Geändert von Balduin1297 (10.08.2020 um 23:49 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #68  
Alt 07.08.2020, 23:46
Balduin1297 Balduin1297 ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 24.02.2016
Beiträge: 589
Standard

Hier befinden sich die restlichen Heiratsurkunden und Sterbeurkunden.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Heirat-1923-3.jpg (237,4 KB, 2x aufgerufen)
Dateityp: jpg Heirat-1923-4.jpg (236,7 KB, 1x aufgerufen)
Dateityp: jpg Heirat-1928.jpg (242,0 KB, 1x aufgerufen)
Dateityp: jpg Heirat-1928-2.jpg (262,8 KB, 1x aufgerufen)
Dateityp: jpg Heirat-1931.jpg (242,3 KB, 0x aufgerufen)
Dateityp: jpg Heirat-1931-2.jpg (247,8 KB, 0x aufgerufen)
Dateityp: jpg Heirat-1933.jpg (253,9 KB, 0x aufgerufen)
Dateityp: jpg Heirat-1933-2.jpg (250,2 KB, 0x aufgerufen)
Dateityp: jpg Tod-1915.jpg (252,3 KB, 2x aufgerufen)

Geändert von Balduin1297 (09.08.2020 um 10:24 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #69  
Alt 09.08.2020, 15:47
Balduin1297 Balduin1297 ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 24.02.2016
Beiträge: 589
Standard

Ich habe mir jetzt nochmal die Taufe des ältesten Sohnes Konrad Otto angeschaut und mir ist aufgefallen, dass er keine Taufpaten hatte, sondern nur Taufzeugen. Das liegt daran, da der Graf Michael Zuccato Russisch-Orthodoxen Glaubens war. Und der Graf Michael Zuccato war bisher der einzige Gutsbesitzer, der bei einer Taufe eines Kindes seines Oberverwalters anwesend war.
Allerdings war seltsamerweise laut Taufeintrag auch der Julius nur Taufzeuge des Sohnes seines Gärtners, obwohl er auch nach ihm benannt worden ist.

Geändert von Balduin1297 (09.08.2020 um 15:49 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #70  
Alt 10.08.2020, 23:59
Balduin1297 Balduin1297 ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 24.02.2016
Beiträge: 589
Standard

Es ist auf jeden Fall sehr ungewöhnlich, dass die Kinder des Julius schon so früh Russland verlassen haben, lange vor der Revolution. Fast alle Kinder sind nach Berlin umgezogen. Und der Theodor Gottlieb hat schon im Jahr 1878 im Alter von 18 Jahren in der Alten Schönhäuserstraße 28 in Berlin gewohnt und hat beim Schlossermeister Frödrich eine Ausbildung zum Schlosser gemacht. Und trotzdem hat der Theodor Gottlieb seltsamerweise eine Eintragung in die Matrikel von Odessa beantragt.
Könnte es deswegen sein, weil er vielleicht nur eine Ausbildung in Berlin machen wollte und anschließend wieder nach Russland zurückkehren wollte?
Und kennt ihr vielleicht den Grund, warum die Kinder des Julius so früh Russland verlassen haben?
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 13:35 Uhr.