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  #1  
Alt 16.10.2013, 14:21
Benutzerbild von dorsch
dorsch dorsch ist offline weiblich
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Standard Unnatürlicher Tod 1914 – Todesumstände noch feststellbar? Hinterbliebenenversorgung?

Jahr: 1914, noch vor dem Krieg
Ort: Pößneck, Thüringen


Hallo, liebe erfahrene Forumsmitglieder,

ich habe gleich zwei Fragen auf einmal. Es geht um meinen Großvater, geb. 1877; im März 1914 starb er plötzlich, erst 36 Jahre alt, und hinterließ eine junge Witwe mit 4 kleinen Kindern.

Als Todesursache sagte man mir immer, als er auf dem Weg zur Arbeit unter einem Baugerüst durchgegangen sei, sei ihm ein Ziegelstein auf den Kopf gefallen; er sei aber so pflichtbewusst gewesen, dass er trotzdem weiter zur Arbeit gegangen sei; dort sei er dann zusammengebrochen, nach Hause getragen worden und dort an den Folgen der Kopfverletzung gestorben.

Inzwischen habe ich zwei weitere Varianten zum Unfallhergang gehört. Variante 1: Er sei in eine Kneipenschlägerei verwickelt worden – unschuldig natürlich! – und hätte so kräftig über die Rübe gekriegt … weiter wie oben. Variante 2: Pöse Puben hätten ihn, der sonst niiie trank, praktisch gar nicht wusste, wie eine Kneipe von innen aussieht , betrunken gemacht, und er sei auf dem Heimweg (Variante 2b: beim Rauswurf aus der Kneipe!) so unglücklich auf den Kopf gestürzt … siehe oben.

Der Tod des Ernährers, verbunden mit Krieg und Inflation, stürzte die Hinterbliebenen in bittere Not.

Frage 1: Wie sah Hinterbliebenenversorgung 1914 aus? Gab es staatliche Leistungen? Mein Großvater war gelernter Brauereigehilfe, arbeitete als eine Art Buchhalter im Brauereikontor. Da er nicht im Krieg gefallen ist, geht es nicht um Kriegswitwen- und –waisenrente. Gabe es Witwen- und Waisenrente auch zivil? Welche privat getroffen Vorsorge kann man in der gehobenen Arbeiterschicht / unteren Mittelschicht zu der Zeit annehmen? Überhaupt eine? Was war üblich?

Frage 2: Bei so vielen Varianten zu seinem Tod möchte ich es jetzt natürlich genau wissen. In der Kopfverletzung als Todesursache stimmen sie alle überein, nur nicht, wie es dazu kam. Ganz offensichtlich sollte etwas vertuscht werden, was dem Bild von ihm nachteilig war.

Würde es 1914 zu einem solchen plötzlichen, nicht natürlichen Tod eine polizeiliche Untersuchung gegeben haben, mit eindeutiger Klärung der Unfallumstände, evtl. Obduktion, Zeugenaussagen usw.? Wenn ja, würden sich die Unterlagen wohl bis heute erhalten haben? Und wenn wiederum ja, wie käme man da wohl dran?! Wo müsste man nachfragen?

(Kurz vor ihm starb übrigens seine älteste, gerade 12-jährige Tochter ebenfalls gewaltsam bzw. durch einen Unfall. Der Überlieferung nach fiel sie beim Rutschen auf dem Treppengeländer des Mietshauses aus dem 4. Stock zu Tode. Das würde ich dann bei der Gelegenheit gleich mit nachsehen wollen - die Unterlagen müssten ja sicher an derselben Stelle liegen, sofern es welche gibt.)

Im Voraus herzlichen Dank.
Lieben Gruß
DorSch
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„Krönung der Alten sind die Enkel und der Stolz der Kinder sind ihre Ahnen“ (Sprüche, Kap.17, Vers 6)

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  #2  
Alt 16.10.2013, 14:28
Acanthurus Acanthurus ist offline
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Zitat:
Zitat von dorsch Beitrag anzeigen

Frage 1: Wie sah Hinterbliebenenversorgung 1914 aus? Gab es staatliche Leistungen? Mein Großvater war gelernter Brauereigehilfe, arbeitete als eine Art Buchhalter im Brauereikontor. Da er nicht im Krieg gefallen ist, geht es nicht um Kriegswitwen- und –waisenrente. Gabe es Witwen- und Waisenrente auch zivil? Welche privat getroffen Vorsorge kann man in der gehobenen Arbeiterschicht / unteren Mittelschicht zu der Zeit annehmen? Überhaupt eine? Was war üblich?
bpb: Rente wegen Todes - Ein historischer Rückblick.

Wo hast du eigentlich - 100 Jahre später - die drei Varianten her? Ich würde da auf keine allzu viel geben. Die Bestände des Staatsarchivs Rudolstadt sind übrigens vergleichsweise vorbildlich erschlossen: http://www.thueringen.de/th2/staatsa...e-findbuecher/

Gruß, A.

Geändert von Acanthurus (16.10.2013 um 14:37 Uhr)
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  #3  
Alt 16.10.2013, 14:36
Benutzerbild von dorsch
dorsch dorsch ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von Acanthurus Beitrag anzeigen
bpb: Rente wegen Todes - Ein historischer Rückblick. Ich würde ihn übrigens nicht in der "gehobenen Arbeiterschicht / unteren Mittelschicht" verorten.

Gruß, A.
Oh, das ging aber schnell! Danke, Acanthurus!
Werde mich gleich über den Link hermachen.

Warum nicht? / Bzw.: Wo sonst? Einfacher Arbeiter? - Die Familie war stolz darauf, dass er im Büro arbeitete, nicht mehr manuell schuftete; und er leistete sich eine Geige und Geigenstunden für den ältesten Sohn (damit war es nach seinem Tod natürlich vorbei). - Du meinst, ein Brauereigehilfe war damals nicht viel? Ich habe keine Ahnung! Wo kann man den sozialen Rang von Berufen zu der Zeit nachlesen?

Lieben Gruß
DorSch
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  #4  
Alt 16.10.2013, 14:45
Acanthurus Acanthurus ist offline
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Hallo, ich hatte meinen Beitrag zwischenzeitlich geändert. Es trägt zu deinem Problem nicht bei, eine solche Baustelle zu eröffnen. Grüße, A.
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  #5  
Alt 16.10.2013, 16:24
Benutzerbild von scheuck
scheuck scheuck ist offline weiblich
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Standard Todesursache und "Variationen"...

Hallo, Dorsch!
Einen ähnlichen Fall habe ich auch, wenn auch früher und in USA; dennoch....
Die "Variationen" reichen von "hat niemals Allohol getrunken", "hat sich auch niemals geprügelt", "die Gattin war rabiat"....
Letztlich konnte ich die Sache aufklären mittels diverser Zeitungsartikel; eine solche Sache ist ja doch meistens "spektakulär" und ein Schreiberling findet sich immer und überall.
"Meiner" neigte zum Suff und zur Schlägerei; laut Zeitungsartikel und Polizei war die Sache ganz einfach: total besoffen nach Hause gekommen; Streit mit der Gattin (wie so oft); auf die Fensterbank gesetzt im besoffenen Kopf, bei geöffnetem Fenster; Übergewicht; Fenstersturz; Kopf- und Wirbelsäulenverletzungen; Tod im Krankenhaus.
Vielleicht versuchst Du mal, in alten Zeitungen zu schnüffeln?
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Herzliche Grüße und bleibt gesund!!!!!
Scheuck
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  #6  
Alt 16.10.2013, 16:28
Benutzerbild von Matthias Möser
Matthias Möser Matthias Möser ist offline männlich
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Wie sang schon Herbert Grönemeyer in einem Lied: "Alkohol ist der Sanitäter in der Not...", in diesem Fall führte er zum Tod!

Gruß
Matthias
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Suche nach:
Gernoth in Adelnau, Krotoschin, Sulmierschütz (Posen)
und Neumittelwalde/Kruppa (Schlesien)
Spaer/Speer in Maliers, Peisterwitz, Festenberg, Gräditz u. Schweidnitz (Schlesien)
Benke in Reichenbach, Dreissighuben, Breslau (Schlesien)
Aust in Ernsdorf, Peterswaldau, Bebiolka in Langenbielau (Schlesien)
Burkhardt in Nieder-Peterswaldau (Schlesien)
Schmidt in Nesselwitz u. Wirschkowitz im Kreis Militsch (Schlesien)

Geändert von Matthias Möser (16.10.2013 um 22:56 Uhr) Grund: Löschung
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  #7  
Alt 16.10.2013, 16:46
Acanthurus Acanthurus ist offline
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Zitat:
Zitat von Matthias Möser Beitrag anzeigen
Wie sang schon Herbert Grönemeyer in einem Lied: "Alkohol ist der Sanitäter in der Not...", in diesem Fall führte er zum Tod!
Wenn man nichts zur einer Anfrage zu sagen hat, kann man auch mal von einem Beitrag absehen. Grüße, Acanthurus
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  #8  
Alt 16.10.2013, 17:05
Benutzerbild von elwetritsche
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Hallo Dorsch!


Das mit der Zeitung ist ein guter Tipp von scheuck.

Im Archivportal Thüringen findest Du folgende Zeitungen bzw. Beilagen:

Pößneck

Heimatbilder. Beilage zur Pößnecker Zeitung und Ziegenrücker Kreisanzeiger, 1927-1928.
Heimatblätter. Beilage zum Pößnecker Tageblatt und zur Orlamünder Zeitung, 1927-1933.
Heimatklänge. Wochenbeilage zur Pößnecker Zeitung und Ziegenrücker Kreisanzeiger, 1924-1926.
Pößnecker Kultur- und Heimatspiegel, 1956-1957.
Pößnecker Wochenblatt. Zeitung und Anzeiger, 1870-1880.
Pößnecker wöchentliche Nachrichten für Stadt- und Landbewohner / ab 1832 Pößnecker Wochenblatt / später auch Wochen- und
Anzeigeblatt für Pößneck und Umgegend, 1828-1869.
Pößnecker Zeitung. Allgemeiner Anzeiger für Ranis, Ziegenrück, die angrenzenden weimarischen und schwarzburgischen Gebietsteile, 1881-1887, 1889-1932.

http://www.archive-in-thueringen.de/...stand&id=20208

Zu finden im:
Thüringisches Staatsarchiv Rudolstadt
Schloss Heidecksburg
07407 Rudolstadt

Öffnungszeiten
Mo. 8:00 - 16:00 Uhr, Di. 8:00 - 16:00 Uhr, Mi. 8:00 - 18:00 Uhr, Do. 8:00 - 16:00 Uhr, Fr. geschlossen

http://www.thueringen.de/th2/staatsarchive/
__________________
Liebe Grüße
Elwe

Mit ihren Feld- (Rheinhessen), Wald- (Westerwald) und Wiesen- (Kreis Groß-Gerau) Ahnen.
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  #9  
Alt 16.10.2013, 20:50
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Matthias Möser Matthias Möser ist offline männlich
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Beiträge: 2.258
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Zitat:
Zitat von Acanthurus Beitrag anzeigen
Wenn man nichts zur einer Anfrage zu sagen hat, kann man auch mal von einem Beitrag absehen. Grüße, Acanthurus

Hallo Acanthurus, entschuldige bitte mein unkorrektes Verhalten! Wollte Dich nicht verärgern. Ich bitte meinen Beitrag zu löschen

Gruß
Matthias
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Geändert von Matthias Möser (16.10.2013 um 21:04 Uhr) Grund: zusatz
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  #10  
Alt 16.10.2013, 21:47
Benutzerbild von elwetritsche
elwetritsche elwetritsche ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 23.03.2013
Ort: Guntersblum / Rheinhessen
Beiträge: 904
Standard

Hallo Acanthurus!

Entschuldige bitte, aber gehst Du zum Lachen immer in den Keller?

Auch wenn die meisten unserer Vorfahren bereits verstorben sind, ist es noch lange kein Grund für ewig zu trauern.

__________________
Liebe Grüße
Elwe

Mit ihren Feld- (Rheinhessen), Wald- (Westerwald) und Wiesen- (Kreis Groß-Gerau) Ahnen.
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1914 , hinterbliebenenversorgung , todesumstände

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